Klettersteig die Zweite – der Mittelrhein Klettersteig in Boppard

Dafür, dass es nicht das erste Mal ist für mich, bin ich schon wirklich ziemlich nervös. Und aufgeregt. Und hibbelig. Das letzte Mal ist einfach schon so lange her… Aber ich bin auch sehr gespannt, was mich bzw. uns erwartet und wie es wohl so wird…

Es ist soweit. Endlich gehen Stefan und ich mal wieder auf einen Klettersteig. Unser Klettersteigkurs in Duisburg hatte uns ja unheimlich Lust auf mehr gemacht und so nutzen wir die Chance und buchen eine Klettersteigbegehung in Boppard am Rhein. Yeah!

Wir treffen uns mit unserem Guide Ralf um 11 Uhr in Boppard. Dort gibt er uns und den anderen Teilnehmern erst mal eine Einweisung in das Material. Hier stellen wir schnell fest, dass Stefan und ich sowie ein weiteres Pärchen die Einzigen sind, die schon Klettersteigerfahrung haben. Irgendwie beruhigt mich das, dass die anderen alle noch nie auf einem Klettersteig waren. Stefan und ich wissen immerhin ungefähr, was uns erwartet. Als wir schließlich alle in voller Montur stecken, geht es auch schon los.

Die ersten Meter müssen wir erst mal zu Fuß erklimmen. Da geht es schon ganz schön steil bergauf, puh. Beim Einstieg in den Klettersteig staut es sich dann prompt. Während Ralf uns erklärt, wie wir uns am Drahtseil sichern, wartet hinter uns eine Familie mit kleinen Kindern. Wahnsinn, die kleinen Knirpse wachsen bestimmt quasi auf dem Berg auf. Sehr cool. Das wünsche ich mir für meine Kinder später auch mal.

Mutig steige ich als erste die Leiter hinab. Hier ist auch keine Sicherung vorhanden, so dass ich mich schon gut festhalte. Im Ganzen ist es aber ein Klacks und während ich auf die anderen warte, genieße ich den Ausblick auf die größte Schleife des Rheins. Grandios! Als wir alle da sind, geht es weiter. Nun müssen wir erst mal wieder ein Stück zu Fuß gehen. Dann wird es interessant, Leitern und Eisenstifte warten auf uns. Die Eisenstifte machen für mich den größten Spaß aus, hier fühlt man sich wirklich wie in den Alpen. Schnell merke ich, dass der Schwierigkeitsgrad hier doch wesentlich geringer ist, als bei unserem Kurs im Landschaftspark Duisburg Nord. Hier auf dem Mittelrhein Klettersteig gibt es wirklich immer gute Möglichkeiten, seine Füße zu setzen und einen sicheren Stand zu haben. Und die Drahtseile in den Wänden geben einem zusätzliche Sicherheit. Und die Landschaft bzw. Umgebung ist natürlich tausendmal schöner als in Duisburg. Das ist schon ein schöneres Gefühl, im Grünen zu klettern. Auch die Ausblicke sind natürlich ganz andere. Zwischendrin dann auf einmal ein kleines Stück, das nicht ganz so easy ist. Ralf ermutigt uns nämlich, es einmal ohne die künstlich geschaffenen Halterungen zu versuchen und uns direkt am Felsen festzuhalten. Hier muss ich mich wirklich konzentrieren und bin froh, als ich oben ankomme. Nur leider waren die Metallhalterungen dann doch zu verlockend, so dass ich bei dieser „Aufgabe“ etwas schummeln musste 😉 Auch Stefan schafft den Aufstieg nicht ganz mühelos.

Schneller, als wir gucken können, sind wir schon durch alle elf Passagen des Klettersteiges durch. Wahnsinn. Und schade. Wir wären gerne noch weiter geklettert. Das letzte Stück geht es zu Fuß den Berg hinunter und an der Straße entlang zurück zum Parkplatz.

Nach so einem aufregenden Vormittag knurrt mein Bauch ganz ordentlich. Gemeinsam mit der ganzen Truppe bekommen wir im Ort noch einen Vesperteller und stärken uns in der Sonne sitzend. Herrlich. Es gibt leckeren Leberkäse mit Bratkartoffeln, Käse, Brot und frisches Obst. Yummy. Die Sonne brutzelt ziemlich auf uns runter. Wenn das mal keinen Sonnenbrand gibt…

 

Als wir uns von Ralf und den anderen Teilnehmern verabschiedet haben, lockt uns noch eine Fahrt mit dem Bopparder Sessellift. Ich liebe ja Sessellifte! 20 Minuten lang schweben wir gemütlich den Berg hinauf und genießen die Aussicht auf Boppard und die Rheinschleife. Was für ein schönes Fleckchen Deutschland! Oben angekommen gibt es zwei Restaurants/Cafés, für die man sich entscheiden kann: Gedeonsblick mit einer Terrasse direkt oberhalb der Rheinschleife, und das Café Vierseenblick, welches den Blick auf vier Teilstücke des Rheins gewährt. Da ersteres leider im Schatten liegt, entscheiden wir uns für Kuchen und Eisschokolade beim Vierseenblick. Anschließend schweben wir wieder langsam den Berg hinab, genießen noch mal die herrliche Landschaft und machen uns wieder auf den Heimweg. Was für ein wundervoller Tag, einfach rundum perfekt!

Fazit:

Der Klettersteig ist nicht sonderlich lang, so dass die Tour leider schnell zu Ende war. Das war ein bisschen schade. Generell ist er sehr gut für Anfänger geeignet, da auch immer wieder Passagen dabei sind, in denen man ganz normal läuft. Komplett ohne Sicherung zu gehen würde ich aber auf keinen Fall empfehlen, da dies an manchen Stellen doch sehr gefährlich werden kann und somit einfach unverantwortlich ist. Angst vor dem Abgrund oder abzustürzen braucht man mit der Sicherung nicht zu haben. Wir waren ausgerüstet mit einem Hüftgurt, Helm und Klettersteigset. Empfehlen können wir euch das Tragen von Handschuhen, um die Hände hinsichtlich der Drahtseile etwas zu schonen. Unser Klettersteigfieber ist auf jeden Fall weiter angefacht und ich bin gespannt, wann es uns das erste Mal in den Alpen auf einen Klettersteig verschlägt. Dieses Mal würde ich mir dann auch zutrauen, einen der leichten Sorte ohne Guide zu bewältigen.

Was und wie:

Boppard ist von Düsseldorf/Ratingen aus in 1,5 Stunden mit dem Auto erreichbar. Wir haben die Klettersteigtour über Abenteuer & Aktivurlaub gebucht und können Ralf als Guide auf jeden Fall empfehlen.

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