Beachy Head – ein Traum in weiß, blau und grün

Gemütlich tuckern wir in einem typisch englischen Doppeldeckerbus über das Land. Immer an der Küste entlang. Ab und zu streifen wir Äste, wenn auf der schmalen Straße Gegenverkehr kommt und der Bus sich an den Fahrbahnrand drängt. Ich bin schon ganz aufgeregt, wann wir endlich an unserem Zielort ankommen. Und hoffentlich bleibt die Sonne solange draußen und versteckt sich nicht wieder hinter den Wolken!

Unser Ziel heißt Beachy Head. Beachy Head liegt an der Südküste Englands zwischen Brighton und Eastbourne. Und anders als der Name auf den ersten Blick vermuten lässt, handelt es sich nicht um einen Strand, sondern um den höchsten Kreidefelsen Großbritanniens. Ganze 162 Meter hoch ist Beachy Head. Weitere Kreidefelsen ziehen sich von hier weiter an der Küste entlang, genannt die seven sisters. Schon die Fahrt hierher bietet grandiose Blicke auf englisches Land, ein riesiger Kontrast zu London, den ich sofort in mein Herz schließe.

Kaum hat der Bus unser Ziel erreicht, renne ich schon ganz ungeduldig auf die Klippen zu. Es könnte ja sein, dass die berühmten Kreideklippen gleich nicht mehr da sind. Aber Geduld war eben noch nie meine Stärke. Und plötzlich ist sie da: die Sicht auf den Leuchtturm am Fuße von Beachy Head. Die Klippen fallen steil ab ins Meer, dagegen sieht der Leuchtturm ziemlich winzig aus. Dennoch ist dieses Bild einfach unbeschreiblich schön. Bereits seit 1902 warnt der Leuchtturm die Schiffe auf dem Ärmelkanal vor den Klippen. 42 km weit soll sein Licht zu sehen sein.

Beachy Head in England

Die ganze Landschaft haut mich hier echt um. Das Grün des Grases leuchtet so saftig, der Himmel ist blau, das Meer ist blau und dazu noch die weißen Kreidefelsen. Besser geht es wirklich nicht. Und die wunderbare Natur ist genau so belassen wie sie ist. Kein Geländer trennt uns von der Klippe. Wie herrlich, aber auch ein bisschen unheimlich. Ich rufe Stefan auch immer zurück, wenn er zu nah an den Abgrund geht. Da bin ich ja doch ein Schisser 😀 Im Internet habe ich gelesen, dass die Ecke hier sehr beliebt für Suizide ist und sich daher immer ein Notfallseelsorgerteam hier aufhält. Gruselig.

Wir genießen jedenfalls die Landschaft und die Aussicht und spazieren immer entlang der Kreideklippen in Richtung Birling Gap, einem Rasthaus. Mal geht es sanft bergab, dann wieder bergauf, die Klippen sind richtig schön gewellt oben drauf. Immer wieder bleiben wir stehen und schießen begeistert Fotos.

Unterwegs kommen wir an einem kleineren Leuchtturm auf den Klippen vorbei. Dieser ist mittlerweile inaktiv und wird nur noch privat genutzt. Bereits seit 1834 behauptet er seinen Platz hier, musste jedoch Ende der 1990er Jahre wegen Erosion der Klippen weiter ins Landesinnere versetzt werden.

Beachy Head England

In Birling Gap stoßen wir auf den Alptraum ruhesuchender Naturliebhaber: eine deutsche Schulklasse. Was für ein lautes Geschnattere! Wie gut, dass sie jetzt erst ihre Tour starten und wir damit bereits fertig sind. Es waren nämlich tatsächlich relativ wenig Menschen mit uns auf den Klippen unterwegs.

Da wir den restlichen Tag nutzen wollen, um Brighton zu erkunden, verzichten wir auf einen Strandspaziergang (von Birling Gap aus kann man über eine Treppe runter ans Meer gehen). Mittlerweile ist das Wetter sowieso etwas bewölkt geworden, so dass wir nun wirklich gut einen Stadtbummel machen können.

Wie hinkommen?

Mit dem Bus 13X von Brighton aus für 9 Pfund pro Fahrt (zu zweit). Fahrtzeit etwa eine Stunde immer entlang der Küste durch authentische englische Örtchen.

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