London – here we come

London – schon seit Jahren möchte ich unbedingt dorthin. Früher war ich mal im Rahmen einer Sprachreise für einen Tag dort und direkt begeistert. Und nun endlich klappt es: Stefan und ich haben vier Nächte London gebucht, und das auch noch über Silvester! Besser geht es kaum noch.

Wir starten unseren Urlaub direkt vom Düsseldorfer Flughafen. Von dort geht es mit Air Berlin bis London-Stansted und von dort weiter mit dem Bus in unser Hotel in Whitechapel. Ja, nicht unbedingt als die beste Gegend der Stadt bekannt, aber irgendwo muss es ja noch bezahlbar bleiben.

Ich kann es kaum erwarten, die Tower Bridge, den Big Ben und natürlich den Buckingham Palace zu sehen. Ob wir wohl die Queen oder andere Royals zu Gesicht bekommen werden? Das wäre für mich der absolute Knaller! Vor Beginn unserer Reise haben wir schon Reiseführer und Stadtkarten gewälzt und ich habe alles herausgeschrieben, was ich gerne sehen möchte. Eine gute Vorbereitung finde ich immer wichtig, man möchte ja das Beste aus der Urlaubszeit herausholen.

Palace of Westminster mit der Big Ben

Nur ein kleines Manko hat die Vorfreude: unser Flugzeug ist ziemlich klein und hat PROPELLER! Ohje. Das wird meine Premiere mit solch einem Gefährt. Da habe ich schon ein bisschen ein flaues Gefühl im Bauch. Große Maschinen, mit denen man Langstrecke fliegt, sind mir da irgendwie lieber. Zumindest rede ich mir ein, dass man in kleineren Maschinen jeden Luftstoß viel deutlicher zu spüren bekommt. Gut, dass Stefan die ganze Zeit meine Hand hält.

Zum Glück geht alles gut und wir landen nach einer Stunde Flugzeit im United Kingdom. Hier muss man richtig anstehen für die Immigration, wie in den USA. In England geht es dann aber doch wesentlich schneller und immerhin werden keine Fingerabdrücke genommen.

Unser Gepäck erhalten wir auch schnell, so dass wir direkt zum Ticketverkauf der Busse gehen können. Hier erstehen wir zwei Tickets für den A9, der uns bis fast genau vor die Hoteltür bringen wird. Der Flughafen ist wirklich gut ausgeschildert und alles funktioniert ganz unkompliziert.

Dann kann der Urlaub ja nun richtig beginnen. London – here we come!

Hotel Unterkunft: Das Ibis Budget Whitechapel in London

Übernachtet haben wir im Ibis Budget London Whitechapel im gleichnamigen Stadtteil. Das Hotel an sich liegt an einer großen Hauptstraße, hier hält auch direkt unser Bus vom Flughafen London-Stansted. Aber schon  auf den wenigen Metern vom Bus zum Hotel fällt auf: die Gegend hier ist nicht die beste.

Naja, wir werden ja nur zum Schlafen dort sein und immerhin war es, auch mit Frühstück, gut bezahlbar. Dann aber doch noch mal ein kleiner Schreck: das Hotel befindet sich direkt neben einer Moschee. Ich kenne es noch aus Dubai, dass der Muezzin gerne auch mitten in der Nacht zum Gebet ruft. Hoffentlich ist das hier in London nicht der Fall, sonst kann die Nacht sehr kurz werden.

Jonathan am Check-in ist sehr freundlich. Er hat direkt zwei Karten von London für uns parat und trägt uns dort noch seine persönlichen Restaurantempfehlungen ein (leider haben wir keine davon genutzt, sorry, Jonathan!). Wir erkundigen uns noch nach dem Fußweg zur Tower Bridge und fahren dann mit dem Fahrstuhl in den sechsten Stock, wo sich unser Zimmer befindet.

Dieses ist relativ klein, aber hell und freundlich eingerichtet. Direkt fällt auf, dass die Dusche mitten im Zimmer ist, direkt neben dem Bett. Auch ein kleines Waschbecken befindet sich dort. Das Bett ist ein Queensize-Bett und der erste Blick aus dem Fenster bestätigt: wir gucken direkt auf die Moschee.

Blick auf die Moschee

Bei der weiteren Zimmererkundung stellen wir fest, dass die Toilette im Zimmer hinter einer separaten Tür ist. Wenn man es überhaupt Tür nennen kann: oben und unten ist ein 1-2 cm breiter Spalt offen und die Tür an sich besitzt kein Schloss. Man lehnt sie einfach an. Na prima. Wie gut, dass wir uns schon so gut kennen. Ansonsten ist das sicher noch unangenehmer. Direkt an dieser Stelle also die Empfehlung: wenn ihr euch kaum kennt oder sehr großen Wert auf ein Stück Intimsphäre legt, ist dieses Hotel wohl eher nicht das Richtige für euch.

Ansonsten bietet das Zimmer einen Fernseher und, gaaaanz wichtig, kostenloses W-Lan. Das ist schon mal super. Auch mit dem Licht kann man hier etwas spielen, es gibt Leuchtleisten an der Wand und das Wasser aus dem Duschkopf ändert beim Duschen seine Farbe. Auch eine Heizung/Klimaanlage ist vorhanden, die auch in Abwesenheit das Zimmer weiter heizt.

Das Bett an sich ist sehr gemütlich, es gibt nur eine Bettdecke, die aber wirklich groß genug ist. Allerdings ätzt, quietscht und knarrt das Bett bei jeder einzelnen Bewegung. So ist der Schlaf häufig unterbrochen und von den Geräuschen gestört. Ansonsten ist es nachts hier schön ruhig, von der Straße, der Moschee oder anderen Hotelbewohnern bekommt man nichts mit.

Außenansicht des Ibis Budget Hotel Whitechapel London

Was ich persönlich als Frau mit langen Haaren ziemlich schlecht finde: es gibt keinen Föhn. Gut, dass ich sowieso immer abends die Haare wasche und über Nacht trocknen lasse. Auch Handtücher bekommen wir jeden Tag nur eins pro Person. Zwei hätte ich schon schön gefunden.

Das Frühstück am nächsten Tag ist in Buffet-Form. Es gibt Toasts (auch in Vollkorn), Schinken, Käse, Marmeladen, Nutella, Honig, frisches Obst, Joghurts, Muffins und Müsli. Außerdem noch Kaffee aller Art, Tee und Saft. Für mich ist dieses Buffet absolut ausreichend und auch lecker.

Unser Fazit:

Für uns war das Hotel vollkommen in Ordnung. Es hätte mit Sicherheit noch wesentlich schlechter gehen können. Von unserer U-Bahn Station Aldgate East waren es 8 oder 9 Stationen bis Westminster. Das ist durchaus nicht allzu weit, trotzdem würde ich beim nächsten Mal versuchen, etwas näher im Zentrum zu wohnen. All denen, die sich mit den kleinen Mankos des Hotels anfreunden können, können wir das Hotel empfehlen. Es ist günstig und nicht zu weit abgelegen, das Personal ist freundlich.

Kurzer Überblick:

Hotel ibis budget London Whitechapel
100 Whitechapel Road
E1 1JG – LONDON
Website

Preis aktuell:
ab £ 58.00 (ca. 74 €)

In der Nähe:
Tower of London / London Bridge – ca. 15 Minuten zu Fuß
Innenstadt (Westminster Abbey) – 8 U-Bahn Stationen von Aldgate East

Londons grüne Seiten – unterwegs in den Parks der Stadt

Wenn man an London denkt, hat man häufig Bilder von Menschenmassen, hektischem Treiben und typischem Stadtleben vor Augen, gepaart mit roten Doppeldeckerbussen und Telefonzellen. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass London auch ruhige und unbekanntere Seiten hat, die man ganz besonders gut in den zahlreichen Parks erleben kann.

Wir haben in London drei verschiedene Parks erkundet.

Hampstead Heath

Ja, das war direkt ein bisschen schwieriger. Wir haben den Park nämlich erst nicht gefunden. Das lag vor allem daran, dass Hampstead im Norden der Stadt liegt und nicht mehr auf unserem Stadtplan eingezeichnet war. Mit der Northern Line ging es erst mal bis zur Haltestelle Hampstead. Die U-Bahn wurde auf dem Weg hierher bereits immer leerer, allerdings waren wir auch sehr früh unterwegs, so dass die Arbeitstätigkeiten wahrscheinlich alle in Richtung Innenstadt fuhren.

Kommt man aus der U-Bahn Station heraus, befindet man sich fast in einer anderen Welt. Alles ist viel kleiner und „englischer“ als im Zentrum Londons. Total hübsch. Und richtig hügelig ist Hampstead. Auf unserer Suche nach Hampstead Heath ging es erst mal nur bergauf. Immer weiter. Aber kein Park in Sicht. So langsam schlug meine Laune um und ich wurde zunehmend genervt. Weit und breit keine Karte zu finden und auch kein Hinweisschild. Aber dann lief uns zum Glück ein Polizist oder Ordnungshüter über den Weg und erklärte uns, wo wir hinmüssen.

Hampstead Heath - 03

Laut seiner Erklärung ist Hampstead Heath riesig. Das war ja ne tolle Nachricht, der Plan war nämlich eigentlich, nur schnell den Aussichtspunkt über London zu finden und dann direkt wieder ins Zentrum zu fahren. Naja, jedenfalls ging es erst mal wieder bergab. Immer weiter. Allerdings in eine andere Richtung als die, aus der wir gekommen waren. Und dann endlich: der Eingang zum Park!

Das erste Stück ging es unter großen und dicken Bäumen wie in einer Allee entlang. Anschließend kommt man auf Wiesen, die ein bisschen wie die Felder bei uns zu Hause anmuten. Überall Hunde und ihre Herrchen, en masse, aber keinerlei Ausblick auf London. Meine Stimmung sank noch weiter. Ich kam mir vor, als ob ich die Nadel im Heuhaufen suche. Echt ein aussichtsloses Unterfangen. Also machten wir uns wieder auf den Rückweg (allerdings ein anderer Weg als der, den wir gekommen waren) und siehe da, am Parkausgang gab es endlich eine Karte vom Park. Wir waren doch ganz in der Nähe des gesuchten Aussichtspunktes. Also, umgedreht und wieder in den Park marschiert.
Auf einem Hügel war es dann endlich soweit: die Aussicht über London lag vor uns. Wirklich schön!

Hampstead Heath - London

Fazit:

Hampstead Heath ist eine Naturoase. Nie würde man sich so einen „wilden“ und großen Park in London vorstellen. Man kommt sich vor, als wäre man irgendwo anders auf dem Land. Der Park und vor allem Hampstead sind aber auf jeden Fall einen Abstecher wert, um auch mal London abseits des Touristentrubels kennenzulernen. Gefühlt waren wir die einzigen Touristen in Hampstead Heath.

Hampstead Heath - 01

Hyde Park und Kensington Gardens

Der Hyde Park mitten im Zentrum der Stadt durfte dieses Mal bei unserem Londonbesuch nicht fehlen. Hier empfand ich genau das Gegenteil von Hampstead Heath: gefühlt waren hier keine einzigen Londoner unterwegs, sondern nur Touristen.

Der Hyde Park wird gerne mit dem Central Park in New York verglichen, aber wer einmal im Central Park war weiß, dass dieser Vergleich absolut an den Haaren herbei gezogen ist. Der Central Park ist in meinen Augen viel viel schöner als der Hyde Park.

Hyde Park - 03

Was mir allerdings als besonders schön auffiel: am See im Park gab es unheimlich viele Enten, Gänse und Schwäne, die man beobachten konnte. Allerdings leider nicht aus einem der schön aufgestellten Liegestühle, denn diese sind KOSTENPFLICHTIG. Das empfand ich schon als ziemliche Sauerei, in anderen Städten, wie zum Beispiel Paris, kosten Liegestühle gar nichts.

Kensington Gardens und der Hyde Park gehen relativ nahtlos ineinander über. Wir sind einmal quer durchgelaufen, um zur U-Bahn Station Notting Hill Gate zu kommen. In den Kensington Gardens waren wieder unheimlich viele Vierbeiner unterwegs, so dass wir leider kein von mir erhofftes Squirrel gesehen haben.

Fazit:

Der Hyde Park ist aus London definitiv nicht wegzudenken. Trotzdem ist meiner Meinung nach ein Besuch dort nicht unbedingt nötig. Da gibt es wirklich schönere und ruhigere Parks, in denen man besser entspannen kann. Wer aber gerne Leute beobachtet, ist hier auf keinen Fall verkehrt.

Hyde Park - 05Hyde Park - 02Hyde Park - 01

Kew Gardens

Bei den Kew Gardens oder auch Royal Botanic Gardens handelt es sich um einen botanischen Garten, genauer gesagt um einen der ältesten botanischen Gärten der Welt. Mittlerweile gehört die Anlage zum UNESCO Weltkulturerbe. Kew Gardens liegt im Südwesten Londons zwischen Richmond upon Thames und Kew. Mit der U-Bahn kommt man bis zur Station Kew Gardens, hier mussten wir allerdings unser Ticket nachlösen, da man bereits in Zone 3 ist (wir hatten sonst immer ein Ticket für Zone 1 & 2).

Kew Gardens kostet ca. 15 Pfund Eintritt pro Person. Direkt in der Nähe des Eingangs befindet sich das Palmenhaus. Richtig schwül-warm ist es dort drin, aber auf jeden Fall einen Besuch wert.

Kew Gardens - 06

In der Parkanlage haben wir dann auch endlich ein Squirrel gesehen! Leider hatten wir natürlich keine Kekse mit, um es zu füttern. So ist es nur ein bisschen scheu um uns drum rum gehüpft.

Wir müssen zugeben, wir haben uns gar nicht den kompletten Park angeschaut, sondern nur die Ecken, die uns interessiert haben. In den Kew Gardens gibt es einen Tree Top Walk, das heißt, man läuft praktisch zwischen den Baumkronen entlang. Leider hatten wir aufgrund der vielen Bäume nicht sooo die tollen Ausblicke, schön und mal was anderes war es trotzdem. Allerdings irgendwie ein bisschen wackelig und nicht unbedingt vertrauenerweckend… Aber wir sind heile wieder runter gekommen 😉

Außerdem gibt es einen schönen japanischen/asiatischen Teil mit einer Pagode, die bereits mehrere Hundert Jahre alt ist und die man so in London überhaupt nicht vermuten würde.

Das wirklich Schöne an diesem botanischen Garten ist, dass man überall ungehindert die Rasenflächen betreten und sich auch niederlassen darf. Keine „Betreten verboten“ Schilder, keine Absperrungen.

Fazit:

Ich bin immer dafür, sich Welterbestätten der UNESCO anzuschauen, egal ob aus den Bereichen Natur, Kultur oder anderes. Von daher eine klare Empfehlung, euch bei einem Besuch Londons auch mal Kew Gardens anzuschauen.

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New Years Eve – Silvester in London

Dieses Jahr haben wir uns etwas Besonderes gegönnt: Silvester in London. Ich gebe zu, manchmal steckt doch noch ziemlich viel Naivität in mir. Ich dachte ernsthaft, wir könnten spontan spätabends uns einen gemütlichen Platz an der Themse suchen und von dort auf das Feuerwerk warten. Doch die Londoner gehen strikt organisiert an dieses Event heran.

Im Laufe des Tages werden in der Stadt bereits Flyer verteilt, in denen die viewing areas eingetragen sind und weitere generelle Infos à la „Do“ und „Don’t“ gegeben werden. Auf der Westminster Bridge klärt uns ein Bobby darüber auf, dass viele viewing areas bereits um 8 pm für Fußgänger geschlossen werden. Okay, das bedeutet, wir müssen doch früh los und uns einen Platz sichern.

Feuerwerk in London 2013/2014

Im Hotel sucht Stefan per Internet schon mal nach möglichen Pubs und Bars, um dort die Zeit bis zum Feuerwerk zu verbringen. Stundenlang in Sturm und Regen möchten wir nur ungern ausharren müssen. Vorsichtshalber ziehen wir uns aber schon mal extra dick an: lange Skiunterwäsche, Schal, Mütze, Handschuhe. Am Nachmittag machen wir uns mit der U-Bahn auf den Weg in Richtung Westminster und laufen von dort über die Themse zum London Eye (dieses hat heute übrigens schon um 15 Uhr geschlossen). Die ersten Bars hier in der Umgebung, in die wir reinschauen, sind entweder voll oder bieten Drinks nur im Stehen an der Bar an. Unsere Suche geht also weiter. In der „Locale“ werden wir schließlich fündig: eine gemütliche kleine Sitzecke gegenüber der Bar. Von hier aus können wir super die Gäste beobachten. Ich staune nicht schlecht, dass sich die Engländerinnen scheinbar von dem schlechten und kalten Wetter nicht abschrecken lassen: Ballerinas ohne Strümpfe, kurze und enge Kleider ohne Strumpfhosen… Mir ist sogar mit langer Unterhose und Jeans kalt! Würde mich wirklich interessieren, ob sie gar nicht frieren oder einfach zu eitel für Strumpfhosen und Socken sind…

Feuerwerk in London 2013/2014

Nachdem wir uns die Zeit von 17:30 Uhr bis 23 Uhr in der Bar mit Getränken, Snacks und netten Gesprächen mit Engländern versüßt haben, wollen wir dann doch schon mal nach einem Platz draußen in der Menge suchen. Beim Verlassen der Bar merken wir: Glück gehabt! Die Bar liegt gerade noch im Bereich einer der viewing areas, so dass wir tatsächlich von einem Platz hinter dem London Eye Mitternacht entgegen fiebern können. Es ist zum Glück auch nicht sooo voll, wir haben immer noch genug Bewegungsfreiheit. Da passen die Londoner Sicherheitskräfte wirklich sehr auf.

Kurz vorher: in der Menge zählen wir gemeinsam runter: ten, nine, eight, seven… und dann PENG! Das gewaltige Feuerwerk auf der Themse wird gezündet. Wahnsinn! Ich kriege vor lauter Staunen den Mund kaum noch zu. So ein beeindruckendes Feuerwerk habe ich noch nie gesehen! Das stellt wirklich alles in den Schatten, das viel bejubelte Japanfeuerwerk in Düsseldorf ist ein Klacks dagegen. Wir versuchen, möglichst viel auf Fotos und Videos festzuhalten. Doch wie das immer so ist: live ist es eben doch etwas ganz anderes. Wie gut, dass wir die Erinnerung daran im Kopf haben und uns diese keiner mehr nehmen kann.

Wo habt ihr euer beeindruckendstes Silvester bisher verbracht?

Feuerwerk in London 2013/2014

Unsere ganz persönlichen „Must-Dos“ für London

London bietet eine unglaubliche Fülle an Möglichkeiten, sich dort die Zeit zu vertreiben. Schaut man in diverse Reiseführer, könnte man Wochen voller Sightseeing und Erkunden verbringen. Leider haben die meisten von uns nur wesentlich kürzer Zeit. Daher wollen wir euch unsere persönlichen „must-dos“ für London vorstellen (alle natürlich selbst erlebt):

Natural History Museum

Das Natural History Museum ist das wahrscheinlich beeindruckendste Gebäude, das ich je gesehen habe. Von innen allerdings nur. Es empfiehlt sich, möglichst früh dort zu sein, um sich in Ruhe die berühmte Dinosaurier-Ausstellung anschauen zu können. Wir waren leider erst kurz vor Schließen des Museums dort und die Schlange vor der Ausstellung war einfach zu lang. Nichtsdestotrotz ist das Museum allein schon wegen seiner Innenarchitektur einen Besuch wert.

Mit der U-Bahn fahren

Ja, ich weiß, ist jetzt nicht unbedingt eine ausgefallene oder außergewöhnliche Idee, aber trotzdem gehört es für mich in diese Kategorie. Das U-Bahn Netz ist London ist das älteste der Welt. Jeden Tag nutzen Millionen Menschen dieses Transportmittel, es ist eng, stickig und voll. Trotzdem ist es eine absolute Erfahrung, es selber auszuprobieren. Alleine schon, um die weltberühmte Durchsage „please mind the gap“ zu hören. Auch hat man hier die Chance, alle möglichen Typen und Charaktere zu beobachten. Sehr unterhaltsam  Und um möglichst viel dieser wahnsinnig tollen Stadt sehen zu können, bietet sich die Tube sowieso an: ruckzuck ist man von einem Punkt am anderen.

Fish and Chips essen

Ich wollte während unseres London-Aufenthaltes UNBEDINGT Fish and Chips essen. Zum Glück wird diese englische „Spezialität“ mit Erbsenbrei fast überall angeboten. Und auch, wenn das Gericht an sich mich dann geschmacklich doch nicht so vom Hocker gerissen hat, gehört es für mich auf jeden Fall zu den must-do’s in London. Besucht ein gemütliches Pub, trinkt ein Ale und lasst es euch schmecken. Die deutschen Bars und Kneipen sollten sich mal eine Scheibe Urigkeit von den englischen Pubs abschneiden.

Zu Fuß durch Whitechapel laufen

Whitechapel im Osten war früher einer der ärmsten Stadtteile Londons. Auch heute bildet dieser Teil der Stadt einen Kontrast zu den Bildern, die wir von London kennen. Ich kann euch nur empfehlen, so wie wir es gemacht haben, zu Fuß Whitechapel zu erkunden und auf euch wirken zu lassen. Ich finde es immer gut, wenn man eine Stadt mit all ihren Facetten kennenlernt, und nicht nur mit den schöneren Ecken, die Touristen normalerweise abklappern.

Covent Garden besuchen

Covent Garden hat mir unheimlich gut gefallen. Hier gibt es viele kleine Lädchen und süße Cafés und Restaurants. Ich glaube, wenn ich in London leben würde, wäre dies einer meiner Lieblingsplätze. Für mich hat dort alles einen Hauch Romantik, Gemütlichkeit und Ruhe.  Einfach von den kleinen Geschäften inspirieren lassen und anschließend in einem der Gastronomiebetriebe die Energiereserven wieder aufladen.

Tee trinken und auf die Themse blicken

Tee und Themse gehören einfach zu London und sind aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Durch Zufall haben wir ein schönes Café gefunden, von wo aus man einen hervorragenden Blick auf die Themse und St. Paul’s Cathedral hat. In der Tate Modern Gallery gibt es im 7. Stock in der Thames View Bar die Möglichkeit, seinen Tee mit Fernblick zu genießen. Da stört es auch nicht, wenn es draußen regnet. Der Ausblick ist einfach immer toll.

Ausflugsziel: Beachy Head – ein Traum in weiß, blau und grün

Gemütlich tuckern wir in einem typisch englischen Doppeldeckerbus über das Land. Immer an der Küste entlang. Ab und zu streifen wir Äste, wenn auf der schmalen Straße Gegenverkehr kommt und der Bus sich an den Fahrbahnrand drängt.

Ich bin schon ganz aufgeregt, wann wir endlich an unserem Zielort ankommen. Und hoffentlich bleibt die Sonne solange draußen und versteckt sich nicht wieder hinter den Wolken!

Unser Ziel heißt Beachy Head. Beachy Head liegt an der Südküste Englands zwischen Brighton und Eastbourne. Und anders als der Name auf den ersten Blick vermuten lässt, handelt es sich nicht um einen Strand, sondern um den höchsten Kreidefelsen Großbritanniens. Ganze 162 Meter hoch ist Beachy Head. Weitere Kreidefelsen ziehen sich von hier weiter an der Küste entlang, genannt die seven sisters. Schon die Fahrt hierher bietet grandiose Blicke auf englisches Land, ein riesiger Kontrast zu London, den ich sofort in mein Herz schließe.

Kaum hat der Bus unser Ziel erreicht, renne ich schon ganz ungeduldig auf die Klippen zu. Es könnte ja sein, dass die berühmten Kreideklippen gleich nicht mehr da sind. Aber Geduld war eben noch nie meine Stärke. Und plötzlich ist sie da: die Sicht auf den Leuchtturm am Fuße von Beachy Head. Die Klippen fallen steil ab ins Meer, dagegen sieht der Leuchtturm ziemlich winzig aus. Dennoch ist dieses Bild einfach unbeschreiblich schön. Bereits seit 1902 warnt der Leuchtturm die Schiffe auf dem Ärmelkanal vor den Klippen. 42 km weit soll sein Licht zu sehen sein.

Beachy Head in England

Die ganze Landschaft haut mich hier echt um. Das Grün des Grases leuchtet so saftig, der Himmel ist blau, das Meer ist blau und dazu noch die weißen Kreidefelsen. Besser geht es wirklich nicht. Und die wunderbare Natur ist genau so belassen wie sie ist. Kein Geländer trennt uns von der Klippe. Wie herrlich, aber auch ein bisschen unheimlich. Ich rufe Stefan auch immer zurück, wenn er zu nah an den Abgrund geht. Da bin ich ja doch ein Schisser 😀 Im Internet habe ich gelesen, dass die Ecke hier sehr beliebt für Suizide ist und sich daher immer ein Notfallseelsorgerteam hier aufhält. Gruselig.

Wir genießen jedenfalls die Landschaft und die Aussicht und spazieren immer entlang der Kreideklippen in Richtung Birling Gap, einem Rasthaus. Mal geht es sanft bergab, dann wieder bergauf, die Klippen sind richtig schön gewellt oben drauf. Immer wieder bleiben wir stehen und schießen begeistert Fotos.

Unterwegs kommen wir an einem kleineren Leuchtturm auf den Klippen vorbei. Dieser ist mittlerweile inaktiv und wird nur noch privat genutzt. Bereits seit 1834 behauptet er seinen Platz hier, musste jedoch Ende der 1990er Jahre wegen Erosion der Klippen weiter ins Landesinnere versetzt werden.

Beachy Head in England

 

In Birling Gap stoßen wir auf den Alptraum ruhesuchender Naturliebhaber: eine deutsche Schulklasse. Was für ein lautes Geschnattere! Wie gut, dass sie jetzt erst ihre Tour starten und wir damit bereits fertig sind. Es waren nämlich tatsächlich relativ wenig Menschen mit uns auf den Klippen unterwegs.

Da wir den restlichen Tag nutzen wollen, um Brighton zu erkunden, verzichten wir auf einen Strandspaziergang (von Birling Gap aus kann man über eine Treppe runter ans Meer gehen). Mittlerweile ist das Wetter sowieso etwas bewölkt geworden, so dass wir nun wirklich gut einen Stadtbummel machen können.

Wie hinkommen?

Mit dem Bus 13X von Brighton aus für 9 Pfund pro Fahrt (zu zweit). Fahrtzeit etwa eine Stunde immer entlang der Küste durch authentische englische Örtchen.

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Was sind eure persönlichen Highlights bei einem London-Urlaub? Klappert ihr eine Sehenswürdigkeit nach der nächsten ab oder guckt ihr gerne „hinter die Kulissen“? Was empfehlt ihr uns evtl. noch für unseren nächsten London-Aufenthalt (irgendwann in ferner Zukunft)?

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