Weiße Sandstrände und ostfriesischer Charme – Willkommen auf Langeoog

Der Wecker klingelt. Es ist 4:30 Uhr. Heute geht es für einen Kurzurlaub nach Langeoog. Vier Tage Nordseeluft schnuppern. Bereits um 8:30 Uhr parken wir unser Auto in Bensersiel. Von hier geht es ohne Auto weiter. Hervorragendes Timing, die Fähre legt um halb zehn ab. Da haben wir noch genug Zeit, unser Gepäck aufzugeben und Tickets zu besorgen.

Nach einer 35-minütigen Schifffahrt kommen wir dann im Hafen von Langeoog an. Jetzt heißt es umsteigen in die Insel-Bahn, einen schön bunten Zug, der einen ins Herz des Ortes bringt.  Hier werden direkt auch Kindheitserinnerungen wach. Früher war ich bereits mit meinen Eltern hier und die Insel-Bahn mit ihren bunten Waggons ist mir da noch gut in Erinnerung geblieben.

Gemeinsam mit einer Meute weiterer Touristen stehen wir um die Kofferwagen und wühlen nach unserem Gepäck. Grandiose Organisation, wirklich. Wie mag das hier erst zur Hauptsaison ablaufen? Aber schließlich werden wir fündig und können uns auf die Suche nach unserer Unterkunft machen. Im Haus Wilhelmine haben wir uns ein Appartement gemietet, schön zentral und nah zum Strand.

Dort geht unser erster Weg auch direkt hin. Vorbei am Wasserturm, dem Wahrzeichen Langeoogs, weiter durch die Dünen, bis wir endlich den super feinen weißen Strand unter unseren Füßen haben. Herrlich! Es scheint gerade Ebbe zu sein, zumindest ist das Wasser ein Stück weg und eine Sandbank ist sichtbar. Wir spazieren ein wenig über den Strand und anschließend durch die Dünen, bis uns der Hunger in ein Panorama Restaurant treibt. Hier lassen wir uns Rinderbraten und Nordseekrabben schmecken, genießen die Sonne und kommen erst einmal so richtig hier an der See an. Die nächsten Tage werden wir einfach entspannen, genießen und die Seele baumeln lassen 🙂

Nom Nom einfach lecker. Ein kurzer Gourmet-Bericht

Das Dwarslooper auf Langeoog. Das Eck-Restaurant am Fuße des beliebten Wasserturms erinnert mich von außen ein wenig an ein irisches Pub. Vermissen tu ich hier nur das Gröhlen der zahlreichen Fußballverrückten, wie sonst doch so üblich.

Wir setzen uns nach draußen und haben uns den letzten freien Platz gesichert. Drinnen sieht es jedoch auch sehr gemütlich aus und wir überlegen uns, ob wir nicht doch lieber reingehen. Aber wir entscheiden uns hier sitzen zu bleiben. Trotz der recht kühlen Temperaturen ist uns heute ja nicht sonderlich kalt, da über unseren Köpfen Wärmestrahler ihren Dienst einwandfrei verrichten und uns angenehme Hitze entgegen pusten. Wir wickeln uns dennoch zusätzlich in gereichte Decken ein. Top!

Da sitzen wir also nun. Munter und zufrieden,  uns ist mollig warm und wir bestaunen die viel versprechende und äußerst umfangreiche Karte. Wir haben uns mittags bereits entschieden hier leckere Burger zu essen, also ist die Wahl schnell entschieden – leicht, fällt sie uns dennoch nicht.

Wir nehmen beide den Dwarsburger, der Spezial-Burger bespickt mit Spiegelei und Speck. Gereicht werden die XXL-Burger mit krossen und verdammt leckeren Pommes, dazu gibt es ein wenig mehr als den üblichen Garnitursalat. Nach dem ersten Bissen ist uns beiden klar: Das ist einer der leckersten Burger, den wir je verputzt haben. Solltest du also irgendwann auf Langeoog stranden, check mal im Dwarslooper ein.

Mit dem Schiff durch das Weltnaturerbe Wattenmeer

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön…
Ich stehe zwischen einer Horde kleiner Kinder und starre wie gebannt in die Plastikwanne vor mir. Hier tummeln sich Seesterne, Krebse und kleine Fische. Wirklich faszinierend!

Stefan und ich haben uns heute für eine Kutterfahrt, genauer gesagt eine Wattlehrfahrt, entschieden. Dies kenne ich noch aus meinem früheren Langeoog-Urlaub und bin daher direkt Feuer und Flamme dafür, noch einmal so eine Tour mitzumachen. Auch auf die „Gefahr“ hin, dass wir die einzigen Personen ohne Kinder an Bord sein werden. Wattlehrfahrt bedeutet, dass unterwegs das Netz ausgeworfen und der Fang anschließend bestaunt und erklärt wird.

Die MS Flinthörn startet im Hafen von Langeoog. Wir schnappen uns direkt einen Platz auf Deck in der Sonne und mummeln uns in die bereitliegenden Decken. Jetzt noch schön die Gesichter in die Sonne halten, was will man mehr! Los geht die Tour schließlich in Richtung Ostende der Insel. Wir schippern an Miesmuschelbänken vorbei, die hier künstlich angebaut werden und mit großen gelben Bojen gekennzeichnet sind.

Es dauert nicht lange, da wird das Netz ausgeworfen. In der Zwischenzeit lernen wir jetzt einiges über die verschiedenen Muschelsorten, die hier im Wattenmeer leben. Zum Beispiel über die Herzmuschel, die Miesmuschel und amerikanische Schwertmuscheln.

Endlich wird das Netz wieder eingeholt. Jetzt hält es uns auch nicht mehr auf unseren Plätzen und wir drängen uns zusammen mit einer Horde Kindern und ihren Eltern um den Plastikbottich. Nach und nach landen hier Seesterne, Krebse, kleine Fische und andere Meereslebewesen drin. Die Seesterne werden herumgegeben. Au ja, ich möchte ihn auch auf die Hand nehmen! Er fühlt sich ganz trocken und hart an. Ich merke richtig, wie er sich auf meiner Hand bewegt und seine Tentakel um meine Handfläche legt. Total schön! Wir erfahren, dass ein Seestern bei Gefahr einen Tentakel abschnüren und somit abwerfen kann. Dieser wächst mit der Zeit dann nach. Der abgeworfene Arm aber lebt weiter und entwickelt sich durch Zellteilung zu einem kompletten Seestern, so dass auf diese Art aus einem Tier zwei entstehen. Wahnsinn, was die Natur für Wunder vollbringt…

Die gefangenen Krebse sehen ja schon gefährlich aus. Aber ich möchte trotzdem einen in die Hand nehmen. Also wird der Krebs schön am Panzer angepackt, so dass die gefährlichen Scheren außer Reichweite sind. So klappt das auch ganz gut und wir können ein schönes Foto von diesem Prachtexemplar machen. Krebse heißen hier auch „Dwarlslooper“, also Querläufer. Ihre Augen können sie bei Gefahr in den Panzer ziehen, das sieht ganz süß aus. Ansonsten können wir noch Einsiedlerkrebse und kleine Fische bestaunen. Da wäre zum Beispiel eine kleine Scholle, die irgendwie ein bisschen traurig aussieht und direkt mein Mitgefühl gewinnt… Außerdem lernen wir einen Seeskorpion kennen. Hierbei handelt es sich um einen Fisch, der einen Giftstachel hat und damit stechen kann. Ähnlich einer Wespe. Seeskorpione und ich werden also keine Freunde. Natürlich werden alle gefangenen Tiere am Ende der Tour wieder ins Wasser geworfen.

Zum Abschluss haben wir noch die Chance, eine frisch gefischte Auster zu probieren. Allerdings traut sich keiner hier an das schleimige Muscheltier heran. Sieht auch wirklich nicht so verlockend aus…

Für den Rest der Tour halten wir unsere Gesichter wieder in die Sonne und lassen uns die Meeresbrise um die Nase wehen. So lässt es sich wirklich gut aushalten! Da würde man am liebsten selber das Kapitänshandwerk erlernen und mit dem eigenen Schiff durch die Nordsee tuckern…

Seit 2009 ist das Wattenmeer übrigens Weltnaturerbe. Wenn dich Langeoog auch einmal reizt, kannst du dich hier über die Tour und die MS Flinthörn informieren: www.ms-flinthoern.de

Unsere fast trockene Fahrradtour einmal quer durch Langeoog

Langeoog – eine autofreie Perle in der Nordsee. Was liegt da näher, als sich selber Fahrräder zu mieten und ein bisschen über die Insel zu strampeln? Ein bisschen Sport kann ja nie schaden 😉

Gesagt, getan. Wir suchen uns relativ wahllos einen der vielen vielen Fahrradverleiher raus und erstehen dort zwei mehr (oder auch eher weniger) schicke Hollandräder. Für 9 € pro Rad gehören sie für 24 Stunden uns. Ach, wie gemütlich man darauf sitzen kann! Kerzengerade. Kein Vergleich zu meinem Mountainbike zu Hause. Dafür auch noch ein bisschen Oldschool mit Rücktritt und ganzen drei Gängen (gefühlt funktionieren allerdings nur zwei davon).

Unser Weg führt uns direkt gen Osten. Wir wollen die Insel ihrer Länge nach befahren. 12 km sind es ca. bis zum Ostende Langeoogs. Und Berge gibt es hier ja sowieso keine, also sind die drei Gänge am Rad auch total in Ordnung. Die Straße führt uns aus dem Ort heraus. Rechts und links von uns liegen nun nur noch Wiesen und Dünen. Da wir relativ früh unterwegs sind, treffen wir auch kaum auf andere Menschen. So muss das sein! Und schließlich sehen wir auch die Tiere wieder, die ich aus meinem Aufenthalt hier als Kind noch so gut in Erinnerung habe und irgendwie immer mit Langeoog verbinde: Fasane. Leider sind sie ziemlich scheu und husch husch im Gebüsch verschwunden. Für ein Foto hat es leider nicht gereicht…

Unterwegs komme ich doch recht gut ins Schwitzen. Durch eine immer noch anhaltende Erkältung bin ich leider auch ziemlich aus der Übung und sowieso geschwächt. Und dann auch noch dieser Gegenwind… Gerne hätte ich jetzt mehr als drei Gänge. Aber wir haben ja Zeit. Schneller als im Endeffekt gedacht kommen wir am Ende des Weges an. Vor uns liegen nur noch Sand und Dünen und Meer. Das ist also das Ostende der Insel. Tatsächlich ist es ganz hübsch hier. Schade nur, dass die Sonne sich verweigert und der Wind hier stark an uns reißt. Schnell ein paar Bilder gemacht und wieder ab aufs Fahrrad. Das ist uns doch zu ungemütlich.

Der Rückweg geht auch wirklich schneller, Rückenwind ist schon was Tolles. Da wir aber ziemlich durchgefroren sind, oder zumindest ich bin es (ja ja, immer die Frauen…), lockt uns erst mal ein heißer Tee in die Meierei. Zuallererst muss ich auch aus meinen Gummistiefeln raus. Trotz zwei Paar Wollsocken sind die Füße doch wirklich schon ein bisschen tiefgefroren. Anschließend bestellen wir uns leckeren Ostfriesentee und für mich gibt es heißen Sanddornsaft.

Sanddorn ist hier eine lokale Spezialität, es wächst überall auf der Insel. Und soll ja auch sehr gesund sein, also genau das richtige für meine Erkältung. Der Saft ist tieforange und sieht zumindest schon mal lecker aus. Der erste Schluck – uhhh…gewöhnungsbedürftig. Irgendwie relativ sauer. Und sämig. Der Geruch ist jetzt auch nicht der Knaller, Stefan rümpft erst mal die Nase. Und ist froh über seinen Ostfriesentee, stilecht mit Kandis und Milch. An meinen Sanddornsaft gewöhne ich mich aber zum Glück auch schnell, und siehe da, auf einmal schmeckt es doch wirklich lecker. Und obwohl die Langeooger Sanddorn in Hülle und Fülle haben, kostet das kleine Glas Tee saftige 4 €! Aber da ich generell dafür bin, lokale Spezialitäten immer zu probieren, schmerzen die 4 € jetzt nicht so arg.

Auf dem Rückweg kommt es mir vor, als wäre es viel kälter geworden. Brrr…! Und gerade, als wir aussprechen, wie froh wir sind, dass es zumindest nicht regnet, bekomme ich den ersten Tropfen ab. Und dann, platsch! Der Himmel öffnet schlagartig seine Schleusen. Super. Ruckzuck sind wir pitschnass. Der Regen tropft von meiner Kapuze in mein Gesicht. Meine Jeans klebt wie eine zweite Haut an meinen Beinen. Wir treten in die Pedale. Kein Vergleich mehr zu unserem gemütlichen Tempo auf der Hinfahrt. In Windeseile düsen wir über die Straße, rutschen mit den Füßen immer wieder von den glitschigen Pedalen ab. Dann sind wir endlich wieder bei unserer Ferienwohnung angekommen. Jetzt ganz fix raus aus den nassen Klamotten und rein in die heiße Dusche. Das tut gut!

2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Marco am Donnerstag, 10. Oktober 2013 um 17:41

    Sehr schön geschrieben… da bekommt man ja direkt Lust auf nen leckeren Sanddorn Tee!

    Aber Laura…

    „treffen wir auch kaum auf andere Menschen. So muss das sein!“

    wusste gar nicht, dass du so menschenscheu bist? 😛

    • Veröffentlich von Laura am Freitag, 11. Oktober 2013 um 08:26

      Danke, Marco 🙂
      Heißen Sanddorn kann man sich auch gut zu Hause selbermachen, den Saft gibt es z. B. in Drogerien oder Reformhäusern zu kaufen.
      Nein, menschenscheu bin ich wirklich nicht, aber im Urlaub ein bisschen die Ruhe zu genießen ist toll 😉

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