Zwei aussichtsreiche Wanderungen auf Mallorca

Mallorca ist nicht nur bekannt für wunderschöne Strände wie in der Karibik, sondern auch als Wanderparadies für Bewegungsbegeisterte.

Während unseres Urlaubs auf der Baleareninsel wollten wir eigentlich viel mehr wandern, aufgrund der Hitze haben wir uns aber auf zwei Touren beschränkt. Beide Touren waren absolut wundervoll und empfehlenswert.

Von der Cala Agulla hinauf zum Puig des Telegraf

In Cala Ratjada lassen sich Badevergnügen und Wanderspaß ganz besonders toll verbinden. Direkt von der Cala Agulla beginnt der Wanderweg hinauf auf den Puig des Telegraf.

Unser Auto parken wir für 5 Euro auf dem großen Strandparkplatz an der Cala Agulla. Geplant ist eine kurze Wanderung, für die wir, unerklärlicher- und blöderweise, kein Wasser einpacken. Was uns da geritten hat, kann ich auch nicht sagen. Jedenfalls folgen wir dem Weg unter Pinien hindurch und lassen den Strand der Cala Agulla rechts liegen. Der Weg führt weiter in einen Wald hinein und geht schon leicht bergauf. Hier brennt die Sonne auf uns hinunter. Eine Spanierin mit ihrem Sohn überholt mit einem Affenzahn. Ich bewundere, wie sie bei der Hitze so schnell laufen kann. Dabei sind wir auch nicht langsam unterwegs.

An einem Wegweiser stoppen wir. Nach kurzer Überlegung und Nachschlagen in unserem Wanderführer folgen wir dem Weg nach rechts weiter in den Wald hinein, in Richtung Talaia de Son Jaumell. Der Weg wird nun schmaler, steiniger und schlängelt sich den Berg hinauf. Jetzt wird es wirklich anstrengend. Und das auch noch ohne Wasser! Je höher wir kommen, desto schwieriger wird es, den Weg zu sehen. Kurz verfransen wir uns, finden aber schnell wieder in die richtige Richtung zurück.

Schließlich lassen wir die Bäume hinter uns und befinden uns auf einer Wiese. Hier laufen wir mehr oder weniger querfeldein, da auch hier kein Weg erkennbar ist. Dann, endlich, sind wir auf dem Bergkamm angekommen und können in Ruhe verschnaufen. Von hier oben hat man einen tollen Blick zu beiden Seiten. Auf der einen liegt die Cala Agulla, auf der anderen die Cala Mesquida. Auf dem Bergrücken laufen wir weiter bis zur vorderen Spitze, an der die Ruine eines alten Wachturms steht. Hier lässt es sich gut aushalten. Wir genießen die atemberaubende Aussicht und die Ruhe hier oben. Menschen sind außer uns keine da, nur nach einer Weile kommt ein einsamer Wanderer.

Hier wollen wir gar nicht mehr weg. Es ist einfach so herrlich, dafür hat sich der schweißtreibende Aufstieg mehr als gelohnt. Auch von der Temperatur lässt es sich hier wunderbar aushalten. Schweren Herzens machen wir uns aber schließlich wieder auf den Rückweg.

Theoretisch könnten wir von hier hinunter zur Cala Mesquida wandern, der Weg ist aber laut Wanderführer recht steil. Da wir gerne noch in der Cala Agulla baden wollen, laufen wir den gleichen Weg, den wir gekommen sind, auch wieder zurück.

Fazit:

Die kleine Wanderung können wir absolut empfehlen. Besonders toll eignet sie sich für einen Vormittag, so dass man den Nachmittag mit Baden in der kristallklaren Cala Agulla verbringen kann. Besser kann ein Tag auf Mallorca kaum aussehen.

Eine abenteuerliche Wanderung – von Sant Elm zum Kloster La Trapa

„Wow, das sieht toll aus!“, bewundere ich das Bild in unserem Reieseführer, „das möchte ich gerne mal live sehen.“ Gesagt, getan. Im Westen Mallorcas liegt der kleine Ort Sant Elm. Hier beginnt unsere Wanderung.

Mit dem Auto fahren wir durch den Ort und schließlich über einen Schotterweg, der nicht danach aussieht, als ob hier häufig Autos langfahren. Große Schlaglöcher machen das Fahren sehr unangenehm und ich bin überzeugt, dass es verboten ist, hier entlang zu fahren. Umkehren kann man jedoch nicht, so dass ich vorsichtig weiter lenke, auch wenn ich innerlich bereits die Krise kriege. Schließlich kommen wir, wie im Wanderführer beschrieben, bei der Finca can Tomeví an, bei der wir unser Auto parken. Quasi mitten im Nirgendwo und als einziges Auto weit und breit. Na hoffentlich steht das Auto nachher auch noch hier, denke ich.

Der Weg führt uns zuerst durch einen lichten Wald. Ausschilderung suchen wir vergeblich, so dass wir bei Abzweigungen auf unser Gefühl hören und uns zum Glück auch nicht verlaufen. Schnell geht es dann bergauf und es wird anstrengender. Schließlich verläuft der Weg relativ gerade an der Bergseite entlang. Nun kommen uns auch vereinzelt mal Wanderer entgegen, ansonsten ist es recht verlassen hier. Links von uns können wir auf’s Meer und die Ilha Sa Dragonera, die kleinste Baleareninsel, gucken.

Der Weg führt stetig weiter, bis wir einen Punkt erreichen, an dem er hinauf über die Felsen führt. Hier reicht es mir eigentlich schon fast zu abenteuerlich und ich möchte eigentlich nicht weitergehen. Aber das Bild aus dem Wanderführer zieht mich weiter. Das bereue ich jedoch kurze Zeit später wieder: Der Weg verschwindet nun total und ein gusseisernes Geländer ist in den Felsen eingelassen. Wir müssen ein kleines Stück klettern. Na toll. Mühsam kraxele ich hinter Stefan her über die Felsen. Schimpfend komme ich schließlich oben an und hoffe, endlich unser Ziel, das ehemalige Kloster La Trapa, erreicht zu haben. Aber dies liegt weiter unter uns, so dass wir wieder ein Stück hinabsteigen müssen.

Durch wilde Landschaft folgen wir dem Weg ein kurzes Stück bergab, bis wir schließlich auf dem alten Klostergelände stehen. Hier ist alles verlassen, auch wenn Bauutensilien darauf hindeuten, dass hier gearbeitet wird. Am Rand des Geländes fällt die Klippe steil hinab ins Meer, kein Geländer schützt hier. Aber hier haben wir auch endlich den ersehnten Blick: Vor uns liegt die Ilha Sa Dragonera, weit unter uns ist eine kleine Bucht mit türkisfarbenem und kristallklarem Wasser. Eine weiße Yacht schaukelt dort hin und her. Wow. Das ist wirklich umwerfend. Keine Menschenseele ist ansonsten in Sicht.

Wir machen eine ausgiebige Pause, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.

Zufrieden und erschöpft kommen wir nach einer Weile wieder am Auto an. Ungestört wechseln wir die verschwitzten Klamotten.

Das war wirklich abenteuerlich, beeindruckend und hat uns einen Blick auf das ursprüngliche Mallorca erhaschen lassen, ohne Touristenmassen.

Fazit:

Absolut empfehlenswerte Tour mit grandiosen Aussichten. Trittsicherheit und Abenteuerlust sollten gegeben sein. Im Anschluss lockt der schöne Ort Sant Elm mit gemütlichen Restaurants mit Blick auf das Meer.

3 Kommentare

  1. Veröffentlich von Elis am Donnerstag, 18. Mai 2017 um 19:25

    Ja 😀 jetzt habe ich endlich einen passenden ( günstigen 😛 ) Flug bekommen und ich freu mich riesig. Dein Beitrag ist nicht ganz unbeteiligt. Ich hätte nicht gedacht, dass so schöne Aussichtspunkte auf Mallorca gibt. Meine Heimat Brixen ist auch toll, aber das hat nochmal ein anderes Feeling mit dem Meer!

  2. Veröffentlich von Elis am Dienstag, 28. März 2017 um 21:57

    Toll! Ich warte sehnlichst auf den Sommer und dieser Bericht macht es nicht gerade besser 😛 Die Bilder sind klasse. LG aus Brixen Südtirol

    • Veröffentlich von Stefan Behne am Mittwoch, 5. April 2017 um 10:21

      Hallo Elisa,
      vielen Dank für dein Lob. Beide Wanderungen waren einfach umwerfend und die Aussichten atemberaubend. Wirst du denn den Sommer auf Mallorca verbringen? 🙂
      Beste Grüße

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