Der Walchensee – ein blauer, funkelnder Diamant…

Unser allerletzter Tag in Mittenwald ist gekommen. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, dass wir morgen bereits im Auto auf der Heimfahrt sitzen. Viel zu schnell sind die Tage hier vergangen. Wir haben so viel gesehen und erlebt…

Auch heute haben wir uns ein schönes Programm überlegt. Wir fahren zum Walchensee und werden dort den Tag verbringen. Bisher haben wir nur Gutes über ihn gehört und tatsächlich verschlägt es uns den Atem, als der See das erste Mal in unser Blickfeld fällt.

Strahlend tiefblau. So einen See wird man niemals in unserer Heimatgegend finden. So sehen nur Bergseen aus. Die Sonne lacht heute von einem strahlend blauen Himmel und der See liegt funkelnd vor uns. Hier werden wir uns heute Nachmittag erst mal eine schöne Stelle zum Baden suchen.

Erst einmal fahren wir am See entlang weiter bis zur Herzogstandbahn. Die Gondel soll uns auf den Herzogstand bringen. Unterwegs kommen dann kurze Bedenken, ob wir nicht doch den Weg wieder zu Fuß hätten hinauf gehen sollen. Aber die Hitze heute spricht dann doch eindeutig dagegen.

Als wir mit der Gondel oben ankommen, staunen wir nicht schlecht. Uns bietet sich ein grandioser Blick auf den Walchensee und das umliegende Bergpanorama. Atemberaubend! Der einzige Nachteil ist der, dass dieser Ausblick eine Masse an Touristen anlockt, so dass wir uns in einer Horde Richtung Gipfel des Herzogstandes aufmachen. Ein schmaler Weg führt in Serpentinen in einer halben Stunde etwa zum Gipfelkreuz. Dieser Weg ist super begehbar, so dass ihn auch Senioren und kleine Kinder gehen können.

Oben am Gipfel kommen wir aus dem Fotos-machen gar nicht mehr heraus. Guckt man in Richtung Walchensee, sieht man die vielen hohen Berge drum herum. Schaut man jedoch in die andere Richtung, breitet sich vor uns absolutes Flachland aus. Faszinierend. Die Seite mit dem Bergpanorama gefällt mir aber eindeutig besser. Wir überlegen kurz, die Gratwanderung vom Herzogstand bis zum Heimgarten-Gipfel zu unternehmen. Da wir aber auf jeden Fall denselben Weg aufgrund unseres geparkten Autos wieder zurückmüssten, entscheiden wir uns dagegen. Wenn wir das nächste Mal hier in diese Gegend kommen, haben wir schon mal eine Wanderroute, auf die wir uns freuen können.

Unser Ziel ist nun erst mal der Gipfel eines kleineren Berges – der Martinskopf. Vom Herzogstand aus sah es aus, als führten zwei Wege nach oben. Nun entpuppt sich dieser zweite Weg jedoch als ziemlich kleiner Pfad, der sich querfeldein durch die Büsche schlägt. Einen schwierigeren Weg hätten wir uns kaum aussuchen können. Typisch. Aber wir kämpfen uns durch, klettern über Stock und Stein und stehen schließlich am Gipfel. Hier ist es auch nicht so überlaufen wie oben am Herzogstand. Jetzt gibt es erst mal eine zünftige Brotzeit.

Am letzten Tag unseres Urlaubes kommt nun endlich die gute nordhessische Ahle Wurscht zum Einsatz. Wie das hier oben gut schmeckt! Besser geht es wirklich kaum. Wir lassen die Füße am Berghang baumeln und genießen die super Aussicht. Viel zu schnell machen wir uns dann aber doch wieder auf den Weg ins Tal, wir wollen ja immerhin noch ne Runde ins Wasser und uns vorher noch ein erfrischendes alkoholfreies Weizen genehmigen. Leider in einer Horde Touristen, so dass man kaum sein eigenes Wort versteht. Schnell trinken wir aus und gehen.

Schon auf halbem Weg zur Gondel sehe ich dann plötzlich: Kühe! Mitten auf dem Wanderweg. Genauso, wie ich es mir vor unserem Urlaub gewünscht habe. Also marschieren wir nun hoch motiviert einen Umweg in der Hitze und werden immerhin mit einigen netten Kühen belohnt. So richtig ganz nah dran traue ich mich dann zwar doch nicht, aber die Begeisterung ist trotzdem groß bei mir.

Na gut, jetzt dann aber wirklich mal auf den Weg ins Tal gemacht. Dank der Gondel sind wir ruckzuck wieder bei unserem Auto. Jetzt müssen wir nur noch ein schönes Plätzchen finden, an dem man in der Sonne liegen und baden kann. Auf gut Glück fahren wir los. Wir sind schon fast wieder weg vom See, als wir eine Privatstraße sehen, bei der man Maut bezahlen muss. Nachdem der Herr dort unsere Frage bejaht hat, ob wir dort an den See kommen, zahlen wir vier Euro und biegen auf die Mautstraße ein. Wir fahren ein gutes Stück, bis wir endlich einen Strandabschnitt und einen freien Parkplatz finden. Letzteres ist hier gar nicht so einfach…

Schließlich stehen wir mit den Füßen im Wasser. Brrrr, viel zu kalt! Ich bleibe lieber am Ufer und sehe Stefan zu, der sich knallhart in die eisigen Fluten stürzt. Respekt. Angeblich sei das Wasser schön warm, wenn man einmal drin sei. Ich probiere es trotzdem nicht aus.

Irgendwann meldet sich der Hunger bei uns und schreit nach einem Stück Apfelstrudel. Also machen wir uns auf die Suche nach einem schönen Café am Seeufer, finden aber nur ein Hotel, das durch eine Straße vom Seeufer getrennt ist. Na gut, damit nehmen wir auch vorlieb. Immerhin schmeckt der Apfelstrudel hier einfach göttlich.

Nach diesem wunderschönen und dank Sonne und See in den tollsten Farben strahlenden Tag, sitzen wir dann doch wieder im Auto zurück nach Mittenwald. Auf der einen Seite glücklich, so einen grandiosen Tag gehabt zu haben, auf der anderen Seite auch traurig, dass nun das Kofferpacken auf uns wartet…

Aber einen schöneren Abschluss einer wirklich umwerfenden Woche hätten wir wahrlich nicht haben können!

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