Amsterdams tausend Facetten – Tulpen und Grachten oder Cannabis und nackte Frauen

Puh, das stinkt hier! Ganz ekelhaft. Stefan lacht mich schon aus, dass ich mich so anstelle. Aber ich finde es echt ganz furchtbar… Willkommen in Amsterdam – unser heutiger Tagesausflug.

Wir befinden uns in Amsterdam, in einer Straße mit einem Coffee Shop neben dem anderen. Und so riecht es eben auch. Das ist wirklich nichts für mich. Ich traue mich kaum, richtig Luft zu holen, nicht, dass ich direkt high werde… Stefan meint, Amsterdam sei nicht meine Stadt, aber das stimmt nicht. Im Gegenteil, das Venedig des Nordens präsentiert sich heute von seiner besten Seite und gefällt mir ausgesprochen gut. Die Sonne strahlt vom Himmel, die Bäume grünen und die Blumen blühen. Herrlich so eine Tagesexkursion nach Amsterdam.

Das sind ideale Voraussetzungen, um den schwimmenden Blumenmarkt zu besuchen. Dieser muss jedoch leider hinter meinen Vorstellungen zurückbleiben. Statt Massen an echten Blumen erwarten uns hier jede Menge Blumenzwiebeln und Holztulpen. Nicht zu vergessen die Hanfpflanzen und Cannabis-Starter Kits. Ganz besonders lacht mich ein Cannabis-Lutscher an, aber ich widerstehe dann doch. Um ihn als Andenken mitzunehmen, fehlt mir Schisser dann doch der Mut. Nicht, dass uns der Zoll kontrolliert bei der Grenze… Also muss ein Strauß roter Holztulpen reichen. Und für meine Oma erstehe ich echte Tulpenzwiebeln für den Garten – Tulpen aus Amsterdam! Damit bin ich schon rundum zufrieden.

Sightseeing Tour – Die traditionelle Grachtenfahrt

Was darf in Amsterdam natürlich nicht fehlen? Richtig – eine Grachtenfahrt. Stefan und ich lassen uns ganz Touri-like durch Amsterdam schiffen. Herrlich. Wir genießen die Aussicht auf die alten Häuser und lernen nebenher noch die Stadtgeschichte kennen. Etwa eine Stunde lang dauert die Tour. Kleiner Tipp am Rande: bereits direkt vor Amsterdam Centraal starten jede Menge Boote. Diese sind aber ziemlich überfüllt, so dass wir uns für einen Startpunkt weiter südlich in der Stadt entschieden haben. Hier war direkt weniger Andrang und wir konnten die Fahrt in aller Ruhe genießen.

Nach so viel Sightseeing knurrt der Magen. Bereits vom Wasser aus haben wir uns für ein Lokal entschieden, mit Terrasse direkt am Wasser. Bis wir dort sind, sind natürlich alle Plätze besetzt. Super. Zum Glück hat das Café de Jaren noch eine Terrasse im ersten Stock. Hier lassen wir uns erst mal eine lecker-cremige Tomatensuppe schmecken und die Sonne auf den Pelz scheinen. Wirklich herrlich! Hier will ich gar nicht mehr weg. Da wir aber, wie so oft, keine Sonnencreme dabei haben, müssen wir wohl oder übel unseren super Platz hier bald wieder aufgeben. Unsere Haut wird uns dankbar sein. Und wir wollen ja auch noch ein bisschen was entdecken.

Fahrräder, überall diese Fahrräder!

Draußen auf der Straße passiert es dann fast: ich entgehe haarscharf einem Unfall mit einem Fahrrad! Der Schreck sitzt mir in den Knochen. Das ist echt richtig gefährlich hier. Fahrräder von hinten, Fahrräder von vorne, Fahrräder von links und von rechts. Man hört ununterbrochen die Fahrradklingeln. Abbremsen oder gar absteigen kommt für die Radfahrer scheinbar nicht in Frage. Zwischendrin brausen auch noch Rollerfahrer hin und her. Und auch Autos bahnen sich ihren Weg durch die engen Straßen. Puh, was für ein Verkehrschaos! Ich fühle mich etwas überfordert und bin froh, nicht selber Räder, egal welcher Art, unter mir zu haben.

Auf den Schreck genehmigen wir uns erst mal eine Portion Pommes. Wir sitzen an einer Gracht und lassen die Beine herunterbummeln. So lässt es sich aushalten. Früher war dies in Düsseldorf auch möglich und ich muss daran denken, wie schade ich es finde, dass man in Düsseldorf nun nicht mehr direkt am Rhein sitzen kann. Vielen Dank, Zaun!

Das Rotlichtviertel – Nackte Brüste und Co.

Wir lenken unsere nächsten Schritte Richtung Rotlichtviertel. Was ich mir als Frau in Hamburg nicht anschauen durfte, will ich mir hier in Amsterdam nicht entgehen lassen. Neugierig spähe ich so unauffällig wie möglich links und rechts in die Fenster. Dort stehen sie – halbnackte Frauen, die ihren Körper anbieten. Ich bin doch irgendwie schockiert. Am helllichten Tag mutet das Ganze noch recht harmlos an, aber im Dunkeln ist hier sicherlich kein schöner Aufenthaltsort mehr. Selbst im Internet stand, man solle diese Gegend meiden und schon gar nicht alleine hier herumlaufen. Irgendwie passen diese Frauen in den Fenstern nicht in mein heiles Weltbild. Prostitution ist ein anerkannter Beruf und die Damen zahlen genauso Steuern wie jeder andere, trotzdem bin ich echt geschockt und kann mir nicht vorstellen, wie man so etwas machen kann. Aber trotzdem war es eine Erfahrung wert, durchs Rotlichtviertel zu laufen.

Daraufhin sind wir wieder reif für eine Stärkung. Wir treffen uns mit guten Freunden aus Kassel bzw. Leiden und lassen uns von ihnen ein schnuckeliges kleines Café in der Oude Kerk zeigen. Das Café verfügt über einen kleinen romantischen Garten, der in der Sonne sicherlich noch wunderschöner ist und ist ein absoluter Geheimtipp. Mit fantastischem Apfelkuchen und heißer Schokolade lassen wir einen tollen Tag in Amsterdam ausklingen. Besser hätte der Tag wahrlich nicht sein können!

Wie hinkommen?

Von Leiden Centraal aus, wo wir zur Zeit Kurzurlaub machen und untergekommen sind, ist Amsterdam bequem mit dem Zug zu erreichen. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und für Hin- und Rückfahrt haben wir 18 € pro Person bezahlt.

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