Wie wir mit dem Segway durch die City cruisen

Meine Hände umklammern den Lenker. Verkrampft stehe ich auf dem Segway. Scheinbar bin ich die Einzige, die sich so unsicher fühlt, denn alle Anderen der Gruppe sind bereits meterweit vor mir und düsen durch die Straßen. Gar nicht witzig. Ich will nach Hause. Bis Kaiserswerth und zurück überstehe ich das niemals…

Wir lösen heute Stefans Weihnachtsgeschenk ein und machen eine Segway Tour in Düsseldorf, von Unterbilk nach Kaiserswerth. Das Geschenk hat er von mir. Ganz toll, Laura, Eigentor geschossen. Ich verfluche meine Geschenkidee, denn ich fühle mich gar nicht wohl auf dem Segway.

Los geht es beim Segway Point in Düsseldorf-Unterbilk. Wir sind heute 14 Leute, eine ganz schön große Truppe. Nach einer kurzen Belehrung über die Sicherheitsregeln und dem Hinweis, dass wir bitte alle einen Führerschein besitzen, müssen wir mit dem Segway einen Parcours entlangfahren. Über aufgebaute Holpersteine und eine Wippe hoch und wieder runter. Ich bin so nervös, dass ich am liebsten einfach hier auf Stefan warten würde. Da ich Angst habe, mich vor den Anderen der Gruppe zu blamieren, warten Stefan und ich, bis nur noch wir zwei übrig sind. Jetzt traue ich mich auch auf den Übungsparcours. Ich schaffe es, ohne hinzufallen, und Stefan sagt später zu mir, dass ich das wesentlich besser gemacht hätte, als manch anderer der Gruppe 🙂

Einer der Guides, Max, fällt mit seinem E-Bike hinter mir sicher fast schon um, so lahm tuckere ich durch die Straßen. Bloß kein Auto anfahren und bloß nicht hinfallen! Außer einem Helm tragen wir alle nämlich keinerlei Schutz. Ich ärgere mich über mich selbst, dass ich ein so vorsichtiger und oft auch ängstlicher Mensch bin. Selbst die Senioren der Gruppe haben mit ihren 65 Jahren ein flotteres Tempo als ich drauf! Das ist fast schon peinlich. Als Andrea, der andere Tourguide, nach den ersten fünf Minuten eine Pause am Stadttor einlegt, wird auch noch die Drosselung aus den Segways heraus genommen. Statt 12 km/h können die Dinger jetzt 20 km/h fahren! Mir waren die 12 km/h, die mit einer süßen Schildkröte symbolisiert wurden, viel lieber! Andrea zeigt uns, wie man schnell bremsen kann: einfach in der Luft hinsetzen. Wir sollen jetzt kurz das schnell fahren und schnell bremsen üben. Das kriege ich hin. Auch, wenn ich nicht so schnell bin, wie die Anderen. Stefan cruist schon in einem Affenzahn herum. Vorwärts, rückwärts, rechts herum, Linksdrehung, alles kein Problem für ihn. Er sieht aus, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Ich bin ein bisschen neidisch.

Schließlich geht die Tour weiter, über die Rheinkniebrücke nach Oberkassel und dort am Rhein entlang. Ich bin immer noch verkrampft, bekomme sogar Seitenstechen. Klasse. Auch die Füße und Beine tun weh. Wir fahren über die Theodor-Heuss-Brücke wieder auf die andere Rheinseite und von dort Richtung Kaiserswerth. Der Weg ist nun ganz entspannt und ich bin immerhin nur noch Vorletzte :-). Ein Herr ist noch vorsichtiger als ich. Und prompt passiert‘s: eine Dame aus unserer Gruppe fällt mit ihrem Segway hin! Verletzt hat sie sich aber zum Glück nicht. Nach kurzer Pause geht es also weiter. Stefan und ich können jetzt auch mal nebeneinander fahren, da der Weg breit genug ist (und er für mich sein Tempo drosselt).

Als wir dann in Kaiserswerth an der Kaiserpfalz ankommen, steige ich ganz steif von meinem Segway. Die Füße sind richtig eingeschlafen, aber das geht wohl auch anderen mitfahrenden Frauen so. Wir posen direkt ein bisschen für Fotos und gönnen uns dann zur Stärkung erst mal eine leckere Waffel. Nach einer halben Stunde machen wir uns dann auf den Rückweg. Bevor es wieder richtig losgeht, mache ich mich noch ein bisschen vertraut mit dem Segway und drehe mich munter im Kreis. Anscheinend hat die Waffel den Knoten bei mir platzen lassen oder es ist sonst irgendein Wunder geschehen in der Pause, jedenfalls ist meine Unsicherheit so gut wie weg und ich fahre jetzt sogar bei den Vorderen mit. Jetzt macht es auch richtig Spaß. Locker schaffe ich die 20 km/h und lasse mir den Wind um die Nase wehen. Wuhuuu! Stefan fährt munter Slalom vor und neben mir her. Der Blick auf den Rhein ist wunderbar, langsam setzt auch die Dämmerung ein. Unterwegs müssen wir ein paar Mal stoppen, da die Akkuleistung der Segways nachlässt und bei manchen droht, komplett zu versagen. Aber es reicht bei allen noch. Wir passieren den Burgplatz und fahren an der Promenade entlang zurück zum Segway Point.

Als wir wieder absteigen müssen, bin ich fast traurig, dass es schon vorbei ist. Wenn man sich einmal mit dem Segway angefreundet und gelernt hat, darauf zu vertrauen, dass es einen im Gleichgewicht hält, macht es ungeheuren Spaß! Für mich steht fest: ich schwinge mich jederzeit gerne wieder auf ein Segway!

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