Eine Woche unseres Madeira Urlaubs verbrachten wir in einer außergewöhnlichen Unterkunft – der Quintas das Eiras. Auf uns wartete ein Holzbungalow auf Stelzen und Gemütlichkeit pur.

Die Quintas das Eiras liegen mitten im Grünen in der Nähe des Ortes Santo Antonio da Serra, abseits der Touristenhochburgen. Die Anfahrt am ersten Tag war ein bisschen tricky, denn wir haben unser Urlaubsdomizil nicht auf Anhieb gefunden. Wir sind sogar prompt daran vorbeigefahren. Und reden wir lieber nicht von der im wahrsten Sinne des Wortes verfahrenen bzw. festgefahrenen Situation, bei der ich das Auto in den engen Gassen in eine Sackgasse manövriert habe und Stefan es nur mit Mühe und Not und unter wütendem Hundegebell wieder wenden konnte…

Mitten zwischen kleinen Häusern Einheimischer und abgeschottet von jeder Menge Bäume und Pflanzen, haben wir dann aber doch das kleine Schild mit dem Hinweis zur Quintas das Eiras gefunden. Der dazugehörige Parkplatz menschenleer, am Eingang nur ein angeschlagener Zettel zur Begrüßung  mit unserer Bungalownummer und mit dem Hinweis, der Schlüssel stecke und wir sollten bitte vorsichtig auf der Leiter sein.

Die Quintas das Eiras bestehen aus mehreren Holzbungalows auf einer Wiese an einem plätschernden Bach. Alle sind auf Stelzen gebaut und nur über eine Leiter zu betreten. Man bekommt so ein richtiges Urwaldfeeling, so idyllisch ist es dort. Auch einen kleinen Pool gibt es, der im Oktober jedoch nicht so einladend auf uns wirkte.

Quintas Das Eiras Pool

Das schwere Gepäck muss man natürlich erst mal die schmale Leiter hochwuchten und dabei nicht von selbiger hinunterfallen. Beim Betreten unseres Bungalows hat uns wohlige Wärme empfangen – die Heizungen funktionierten einwandfrei (da war ich schon mal sehr beruhigt).

Der Innenbereich ist zwar relativ klein, aber sehr gemütlich eingerichtet. Alles ist aus Holz, eine kleine Kochzeile bietet die Möglichkeit, sich selbst zu verpflegen. Dies haben wir auch genutzt, denn die Quintas das Eiras sind Selbstversorgungsbungalows. Die Ausstattung der Küchenzeile ist auf jeden Fall ausreichend, vor allem, wenn man sich auch mal zu behelfen weiß und nicht zu zimperlich ist. So haben wir unsere Tomatensuppe aus Tassen gelöffelt.

Natürlich ist so ein Bungalow nicht jedermanns Sache. Wir fanden es jedoch sehr gemütlich (vor allem, wenn nachts Regen und Sturm gegen die dünnen Wände getobt haben) und abenteuerlich. In der ersten Nacht hatte ich wirklich Angst, dass gleich eine Flutwelle unseren Bungalow wegspült. Wer hingegen auf Luxus oder andere Annehmlichkeiten wert legt, ist in den Quintas das Eiras fehl am Platz. Zusätzlich muss man hier mit einer erhöhten Anzahl Insekten rechnen, da man sich wirklich direkt im „Dschungel“ befindet. Wir haben Fenster und Tür meist gut geschlossen gehalten, mussten aber dennoch zwei Mal sehr dicke und gefährlich aussehende Hornissen bekämpfen.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall auch noch, dass täglich jemand kam, um die Betten zu machen und den Müll zu leeren. Damit hatten wir eigentlich nicht gerechnet.

Fazit

Für alle, die es gerne individuell mögen, können wir einen Aufenthalt in einem Bungalow der Quintas das Eiras auf jeden Fall empfehlen. Jedoch solltest du, zumindest im Herbst, Abgeschiedenheit und Ruhe lieben, denn wir waren bis auf eine Nacht die einzigen Gäste. Aber so war es direkt noch eine Spur abenteuerlicher.

Auf Grund der Lage im Inselinneren ist ein Auto auf jeden Fall zu empfehlen. Ohne bist du dort wirklich aufgeschmissen, da es doch recht „jottwede“ ist.

Laura Behne

Nach ihrem erfolgreichen Abschluss des Studiengangs Tourismus- und Eventmanagement in Düsseldorf, hat sie dem Tourismus beruflich den Rücken gekehrt. Privat liebt sie es dennoch über alles, auf Reisen zu sein und dabei immer ein gutes Buch in der Tasche zu haben.