Weinreben und Weinberge – Unterwegs auf dem Rotweinwanderweg

Der Rotweinwanderweg – wir haben schon so viel Gutes darüber von Arbeitskollegen gehört und in anderen Blogs gelesen, dass uns dieser Ausflug selber einmal reizte. Wir haben uns für die Wanderung einen Tag im Oktober ausgesucht und hoffen, dass der Herbst die Weinberge bereits in bunte Farben getaucht hat.

Mit dem Auto brauchen wir ca. eine Stunde von Ratingen aus, bis wir Altenahr und damit unseren Startpunkt erreichen. Von dort führt uns der erste Weg zu Burg Are, die hoch oben auf einem Berg thront. So anstrengend habe ich mir den Einstieg in unsere Wanderung nicht vorgestellt. Ich schnaufe schon ganz ordentlich. Für Stefan ist der Aufstieg kein Problem, er macht sich munter über mich lustig. Von oben genießen wir dann die Aussicht über Altenahr und die angrenzenden Weinberge. Wir erhaschen einen ersten Blick auf den Rotweinwanderweg, auf dem bereits eine Menge Betrieb herrscht. Das steht wirklich mal in krassem Kontrast zu unseren sonstigen Wanderungen durch die menschenleere wilde Natur (ich denke nur ans Hohe Venn!).

Nach den obligatorischen Fotos lenken wir unsere Schritte auf den Rotweinwanderweg. Vor uns liegen ca. 11 km, von Altenahr über Maßschoß und Rech bis nach Dernau. Wir sind früh unterwegs und können so in aller Ruhe den Weg genießen. Ein kleines bisschen Enttäuschung macht sich in meinem Bauch breit, da die Weinberge doch noch ziemlich grün sind. Das erhoffte Rot und Gelb ist leider noch nicht hier angekommen. Schade. Aber auch so bieten die Weinberge einen tollen Anblick!

Als der Weg ein Stück durch den Wald führt, bin ich schon ganz irritiert, ob wir hier überhaupt richtig sind. Weit und breit kein einziger Weinberg mehr in Sicht. Nur die Trauben-Markierung an den Bäumen zeigt an, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Nach einer knappen halben Stunde kommen wir wieder aus dem Wald heraus und befinden uns direkt zwischen herrlichen Weinhängen. An einem Stand wird hier frischer Wein verkauft, die Menschenmassen tummeln sich hier bereits. Der ein oder andere schwankt schon bedenklich. Wir halten uns vom Wein fern und probieren nur ein winziges Gläschen Traubensaft. Sehr lecker, aber auch pupssüß.

Mittlerweile pilgern wir in einer richtigen Menschenmasse Richtung Dernau. An einem Schild bin ich überzeugt, dass wir links entlang gehen müssen. Stefan vertraut mir blind. Nachdem wir aber auf einmal fast die einzigen auf dem Weg sind, kommt es uns doch schon komisch vor. Unser Weg schlängelt sich jetzt einen Berg hinauf. Unter uns können wir nun die anderen Leute sehen. Mist, also sind wir tatsächlich falsch. Wir beschließen, den Weg trotzdem noch weiterzugehen und zu schauen, wo er uns hinführt. Wir kommen an eine kleine Kapelle und haben von hier einen tollen Blick über das Ahrtal. Leider ist es auch eine Sackgasse, so dass wir wieder zurückgehen müssen. Dieses Mal kürzen wir aber ab und huschen (hoffentlich unauffällig) den Weinberg zwischen zwei Reihen Weinstöcken hinunter.

Der Weg wird nun immer schmaler, so dass wir immer wieder stehen bleiben und die Entgegenkommenden vorbeilassen müssen. Die sichtlich angeheiterten Senioren, die man hier en masse trifft, wollen wir möglichst schnell hinter uns lassen. Aber die meisten von ihnen stoppen sowieso beim nächsten Weinstand, so dass wir uns endlich wieder ein bisschen aus der Masse befreien können.

Als wir Dernau erblicken, nähert sich unsere Wanderung dem Ende entgegen. Mit dem Zug soll es zurück nach Altenahr gehen. Leider ist der Bahnhof allerdings überhaupt nicht gut ausgeschildert, so dass wir direkt noch eine kleine Besichtigung von Dernau bekommen. Als wir den Bahnhof gefunden haben, fährt uns der Zug prompt vor der Nase davon. Also holen wir uns bei der nächsten Tankstelle ein bisschen Verpflegung und warten für eine Stunde in der Sonne auf der Bahnhofskante auf den nächsten Zug. Das hat aber irgendwie auch was für sich. Wir sitzen hier ganz entspannt und lassen Beine und Seele baumeln.

Zurück in Altenahr suchen wir uns erst mal ein schönes Restaurant. Auf der Terrasse in der Sonne sitzend genießen wir Schokosahnetorte und Pommes. Ein herrlicher Ausklang für eine schöne Wanderung. Trotz des riesigen Menschenandrangs, hat uns der Rotweinwanderweg sehr gut gefallen. Die nächsten Etappen warten schon auf ihre Erkundung!

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