Ich bin begeistert. Eine romantischere und süßere Stadt habe ich bisher in Deutschland noch nicht gesehen. Alt, total schön weihnachtlich dekoriert und soooo romantisch. Ja sorry, aber romantisch ist einfach die am besten passende Beschreibung.

Wir sind nämlich in Rothenburg ob der Tauber. Wie das so ist, haben wir vorher schon jede Menge über das kleine bayerische Städtchen gehört. Wie schön es dort sei. Wie mittelalterlich die Stadt sei. Da mussten wir einfach zuschlagen, als wir ein super Hotelangebot für Anfang Januar sahen. Und wie kann ein neues Jahr schon besser beginnnen, als direkt die ersten Wochenendreise vor sich zu haben?

Und tatsächtlich können wir nach einer zweieinhalbstündigen Autofahrt das bisher Gehörte nur bestätigen. Der erste Eindruck ist sofort super. Wir haben auch riesiges Glück mit unserem Hotel, es liegt direkt im Zentrum, nur wenige Schritte von dem berühmtem Plönlein entfernt. Besser hätten wir es wirklich nicht treffen können. Zum Hotel werden wir demnächst aber noch ein paar mehr Infos geben…

Romantische, Verschneite Gasse -Rothenburg ob der Tauber

Jetzt, Anfang Januar, liegt auch noch ein bisschen Schnee auf den Straßen und Dächern. Das macht die Stadt natürlich nur noch romantischer. Generell ist Rothenburg nicht sonderlich groß, nur etwa 11.000 Einwohner. Dafür kommen jährlich tausende Touristen, die von dem mittelalterlichen Antlitz der Stadt fasziniert sind.

Nach unserer Ankunft machen wir uns sofort auf zur Erkundung der Stadt. Oder besser gesagt des Städtchens. Denn zu Fuß haben wir das Zentrum ziemlich schnell abgelaufen. Aber für mich als absoluten Weihnachtsfan und -freak ist Rothenburg ein echter Traum: Überall gibt es richtige Weihnachtsgeschäfte, die ausschließlich Weihnachtsdeko verkaufen. Ich ziehe Stefan in so viele Geschäfte wie möglich rein, aber alle Geschäfte schaffen wir leider nicht. Aber wir sind ja auch nicht hier, um nur in den Geschäften rumzuhängen. Und etwas wirklich überwältigend Tolles haben sie in meinen Augen leider auch nicht gehabt… Dafür kann die Weihnachtsdeko absolut punkten. Die Straßen und Häuser sind so liebevoll dekoriert, da haben wir uns wirklich die beste Jahreszeit für unseren Besuch ausgesucht. Über den Türen sind kleine Tannenbäumchen in Halterungen angebracht. Soooo eine tolle Idee! Man fühlt sich hier richtig wie im Dorf vom Weihnachtsmann. Oder so, wie ich es mir zumindest vorstelle…

Ich liebe ja Ausblicke auf Städte von oben. Am liebsten würde ich in jeder Stadt auf alle möglichen Türme hochklettern, um den Ausblick zu genießen. Hier in Rothenburg ist das vom Rathausturm aus möglich. Der Eingang liegt zwar etwas versteckt, aber schließlich finden wir ihn doch. Die Treppen sind sehr schmal und der Zutritt ist daher immer nur für eine bestimmte Personenzahl gleichzeitig frei. Schon fast oben angekommen, müssen wir an der Kasse 2 € pro Person bezahlen und dürfen dann durch ein kleines Fenster nach draußen krabbeln. Ja, krabbeln. Denn es ist wirklich verdammt eng. Aber natürlich schaffen wir auch das und stehen schließlich auf der schmalen Balustrade oben auf dem Rathausturm. Unter uns liegen die alten Häuser mit ihren wunderschönen Fassaden und roten Dächern. Herrlich. Wir schießen ein paar Fotos, genießen den Rundumblick und kraxeln schließlich auf allen vieren und rückwärts wieder in das Innere des Turms. Für ältere Leute ist der Aufstieg auf den Rathausturm definitiv nichts!

Am Nachmittag fängt es an zu schneien. In dicken weißen Flocken. Herrlich. Für uns ist das ein Zeichen, auf der Rothenburger Stadtmauer einen Gang um die Stadt zu machen. Hier sind wir von einem Dach vor den Schneemassen geschützt. Allerdings laufen wir den Weg nicht bis zum Ende durch. Hunger und Durst treiben uns schon vorher zurück ins Zentrum. Bei der Kälte brauche ich erst einmal eine schöne heiße Schoki mit gaaanz viel Sahne.

So wundervoll Rothenburg auch ist, vor einer Sache muss ich dringend warnen…

Die Spezialität - Der Schneeball

…iss auf keinen Fall einen Schneeball!!!

Schneebälle sind eine Rothenburger Spezialität. Darum wollte ich auch unbedingt einen probieren. Es handelt sich dabei um runde Teigbälle, die mit Zimt und Zucker, Schokolade oder ähnlichem überzogen sind. Und sie sehen soooo lecker aus. Vorgestellt habe ich sie mir schön weich und süß und so richtig zum reinbeißen… Ach, wie sollte ich mich täuschen!

Ich entscheide mich für einen Schneeball mit Zucker und Zimt drum herum. Voller Vorfreude. Doch dann… Ich will so richtig schön hinein beißen, aber der Schneeball ist steinhart! So ein Reinfall! Und schmecken tut er auch absolut nicht. Gefrustet breche ich ein paar Stücke von dem Schneeball ab und schiebe sie mir in den Mund. Stefan sitzt währenddessen leicht schadenfroh vor seiner Schokoladentorte. Ihn kann der Schneeball auch in keinster Weise begeistern. Da kann man sich echt nur drüber lustig machen. Wem schmeckt denn so etwas?! Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, sieht der Ball auf dem Foto auch noch aus wie ein Schrumpf-Totenkopf! Schlimmer geht es echt nicht mehr. Ich glaube, da bekomme ich tatsächlich ein Schneeball-Totenkopf-Trauma…

Fazit:

Aufgrund des Wetters und da wir nur einen vollen Tag Zeit hatten, haben wir nicht alles rund um die Stadt gesehen. Bei gutem Wetter und Sonnenschein kann man sicherlich noch mehr anschauen. Aber auch so hat uns das Zentrum bereits umgehauen. Im Hellem und im Dunkeln fast noch mehr. Mit der Weihnachtsbeleuchtung.

Also fahr nach Rothenburg ob der Tauber. Unbedingt. Und auch nach Möglichkeit zur Weihnachtszeit. Es ist einfach sooooo toll dort. Aber denk an meine Warnung und halte dich von den Schneebällen fern…

Rothenburg ob der Tauber  Tannenbäumchen in den Gassen - Rothenburg ob der Tauber
Schnee auf den Dächern - Rothenburg ob der Tauber
Pflastersteine - Rothenburg ob der Tauber Blick von Oben - Rothenburg ob der Tauber Rothenburg ob der Tauber Rathaus - Rothenburg ob der Tauber Blick vom Rathausturm - Rothenburg ob der Tauber Fachwerkhäuser - Rothenburg ob der Tauber

 

Laura Behne

Nach ihrem erfolgreichen Abschluss des Studiengangs Tourismus- und Eventmanagement in Düsseldorf, hat sie dem Tourismus beruflich den Rücken gekehrt. Privat liebt sie es dennoch über alles, auf Reisen zu sein und dabei immer ein gutes Buch in der Tasche zu haben.