Leiden – Zwiebelpfannkuchen und holländischer Charme

Wer von euch kennt Leiden? Wahrscheinlich nicht sonderlich viele. So ging es mir auch. Bekannte Städte in den Niederlanden sind dann eher Amsterdam, Rotterdam, Den Haag etc., aber sicher nicht Leiden. Dabei hat die kleine Stadt eine genauere Betrachtung verdient.

Wir sind ja wirklich eher zufällig und unabsichtlich auf Leiden als Urlaubsort gekommen. Amsterdam war einfach zu teuer und Leiden war mir durch eine Freundin ein Begriff. Die Google Bildersuche brachte dann auch ansehnliche Ergebnisse, so dass die Entscheidung schnell getroffen war.

Mit gut 120.000 Einwohnern ist Leiden wirklich eher eine Kleinstadt. Kulturell hat sie allerdings einiges zu bieten: die älteste Universität der Niederlande befindet sich hier, sie wurde 1575 gegründet und der Künstler Rembrandt wurde hier geboren. Außerdem gibt es viele kleine und größere Grachten, die sich durch die Stadt ziehen. Und natürlich Windmühlen, die gehören in Holland ja einfach dazu und dürfen auch nicht fehlen 🙂

De Leidse Loper

Unsere Entdeckungstour „Leidse Loper“ startet am Beestenmarkt mitten im Zentrum. Dieser bezaubert mit einem kleinen Springbrunnen, der, ganz trügerisch, immer mal wieder aussetzt. Prompt, als wir mitten darauf stehen, sprudelt das Wasser natürlich wieder los! So starten wir also mit nassen Füßen und Beinen, dafür aber mit einem Lachen in den Tag. Zum Trocknen bestellen wir uns in einem kleinen Café am Wasser erst mal eine heiße Schokolade und frischen Minztee.

Trockenen Fußes geht unsere Entdeckungstour durch Leiden dann weiter. Vorbei an Windmühlen, Grachten, alten Gebäuden und schnuckeligen Cafés am Wasser. Die Stadt hat wirklich Charme. Und vor allem ist sie nicht überfüllt. Wir können ganz gemütlich und in Ruhe auf Entdeckungstour gehen. Kein Geschiebe durch enge Gassen, kein sich-gegenseitig-auf-die-Füße-treten. Einfach angenehm. Vielleicht liegt das auf der einen Seite auch etwas mit am Wetter, das immer mal wieder einen Nieselregen schickt. Andererseits kann man sich diese kleine Stadt auch gar nicht hektisch oder überfüllt vorstellen. Vielleicht ist sie als Urlaubsziel dafür auch einfach ein bisschen zu unbekannt. Glück für uns.

Pannekoekhuis

Als der Hunger sich meldet, entscheiden wir uns für ein Pfannkuchenhaus am Beestenmarkt. Wir wählen die herzhafte Variante mit Schinken und Käse. Als sie serviert werden, merke ich direkt beim ersten Bissen: da stimmt etwas nicht. Der ganze Teig ist voll mit Zwiebeln! Und ich HASSE Zwiebeln. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man darauf beißt und es dann so komisch knirscht. Ganz abgesehen vom schrecklichen Geschmack. Naja, mir bleibt nichts anderes übrig, als so viele Zwiebelstücke wie möglich aus dem Teig herauszupicken. Mühselig… Stefan amüsiert sich königlich darüber, wie mein Teller nach kurzer Zeit aussieht. Im Großen und Ganzen schmeckt der Pfannkuchen trotzdem. Zumindest die Stücke, wo ich wirklich alle Zwiebeln entfernen konnte.

Kleiner bzw. großer Schreck, als wir zu unserem Auto zurückkommen: wir haben ein Knöllchen, unser Parkticket ist abgelaufen. Haltet euch fest: wir sollen 60 € Strafe zahlen! Ich falle fast um, als ich das lese. Was für eine Abzocke. Wahrscheinlich wären wir noch günstiger weggekommen, wenn wir gar kein Ticket gezogen hätten. Ich bin echt ein bisschen vor den Kopf geschlagen, aber ärgern wollen wir uns auch nicht zu sehr. Immerhin haben wir Urlaub. Mal sehen, wie schnell sie uns eine Rechnung nach Hause schicken…

Sprudelspaß und mehr im Van der Valk Hotel Leiden

Schnell hatten wir uns für das Van der Valk Hotel Leiden entschieden. Preislich ein Hit: es kostete genau so viel, wie in Amsterdam ein Hostel gekostet hätte! Da haben wir uns dann doch lieber den Luxus eines Vier-Sterne Hotels gegönnt.

Das Hotel liegt etwas abseits von Leidens Zentrum, eine Busverbindung, die direkt vor der Hoteltür startet, bringt einen aber für 4 € pro Person in 10 Minuten zum Bahnhof. Unser Auto konnten wir kostenlos am Hotel abstellen. So etwas findet man ja auch nicht mehr oft, also absoluter Pluspunkt!

Unser Zimmer lag zwar im Souterrain und hatte keinen Balkon, da wir aber sowieso nur zum Schlafen abends dort waren, hat uns das nicht gestört. Es war trotzdem hell und freundlich und sehr geräumig. Ausgestattet war es mit einem Fernseher, einem großen Doppelbett, einem Schrank, einem Schreibpult und einem Tisch mit Sesseln. Das Bett war in türkisfarbenem Samt gehalten.

Der absolute Knaller war jedoch das Bad: Zusätzlich zur Dusche gab es eine Badewanne, in der man bequem zu zweit Platz hatte. Keine dumme schräge Seite, wir konnten uns ganz gemütlich gegenüber sitzen. Die Wanne war so tief, dass wir sie bis zum Hals mit Wasser volllaufen lassen konnten. Aber das Beste: per Knopfdruck verwandelte sie sich in einen Whirlpool! So grandios! Besser entspannen kann man abends nach einem Sightseeing Tag wohl nicht. Die Badewanne hat uns rundum begeistert.

Frühstück hatten wir dieses Mal nicht dazu gebucht. Die 15 € pro Person haben wir uns lieber gespart und einfach morgens am Bahnhof ein Brötchen gekauft. Am zweiten Morgen waren wir dann zum Osterfrühstück eingeladen. Und für 15 € hätte ich persönlich sowieso nicht gefrühstückt, das hätte sich also wirklich nicht gelohnt.

Ansonsten liegt das Hotel direkt am Wasser. Das Restaurant des Hotels hat eine große Terrasse direkt an der Gracht, allerdings war sie noch nicht geöffnet. Auch die Hotelbar hat zum Verweilen eingeladen. Eingerichtet in englischem Stil und mit Kamin war sie sehr gemütlich. Für die Fitnessjunkies unter uns gab es auch noch einen Fitnessraum, den wir aber, sportfaul im Urlaub wie wir sind, nicht genutzt haben.

Unser Fazit:

Wir können das Hotel auf jeden Fall weiterempfehlen. Dank Bus ist es auch wirklich kein Problem, dass das Hotel nicht im Zentrum liegt. Auch abends gibt es noch regelmäßig Busverbindungen. Im Sommer ist es sicherlich ganz besonders herrlich, wenn die Terrasse am Wasser geöffnet ist. Und die Whirlpool-Badewanne war mit Sicherheit die tollste Wanne, die wir bisher irgendwo auf Reisen hatten.

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