Landliebe – Wanderurlaub in Mittenwald

Wir haben unsere Landliebe entdeckt. Kennt ihr das, ihr seid irgendwo auf der Welt im Urlaub, die Tage fliegen nur so vorbei und ihr denkt die ganze Zeit nur „ich will nicht nach Hause, am liebsten würde ich hier her ziehen“? So ging es mir jeden Tag während unseres Bayernurlaubes in Mittenwald.

Ein kleiner Ort, aber für mich Idylle pur. Da muss die Welt noch in Ordnung sein. Man kennt sich schnell aus, weiß, welcher Weg wohin führt, wo es gutes Essen gibt und man fühlt sich irgendwie richtig dazugehörig (obwohl man natürlich mit seinem reinen Hochdeutsch dann doch sehr als Nicht-Bayer hervorsticht). Jedenfalls hätte ich am liebsten direkt meinen Wohnort nach Mittenwald verlegt. Bloß nicht mehr zurück ins Rheinland, wo alles flach und grau und voll und laut ist. Ich bin ein Bergmensch und liebe das Land. Ich bin erst richtig glücklich, wenn ich reine saubere Luft atmen kann und die zig verschiedenen Grünschattierungen der Wiesen und Wälder sehe. Da verwundert es auch nicht, dass ich tatsächlich ein kleines Abschiedstränchen verdrückt habe. Schon putzig, dass man sich erst seit einer Woche dort befindet und sich direkt so wohl fühlt. Und dass, obwohl ich früher tatsächlich dachte, ich sei ein Stadtmensch. Plötzlich sehe ich das ganz anders. Diese Ruhe, die man in den Bergen in den kleineren Orten erfährt, diese Gemütlichkeit, mit der das Leben sich dort abzuspielen scheint… Diese Romantik, die hinter dem alten Landhausstil zu stecken scheint, den ich früher einfach nur altbacken fand. Und was für mich wohl am meisten für die Ruhe und Harmonie in den Bergen steht: das Glockenbimmeln der Kühe und Ziegen. Man hört es eigentlich immer. Es begleitet einen auf den Wanderungen, auch wenn man kein Tier entdecken kann. Was für eine schöne Methode, um die Tiere frei grasen lassen zu können und sie trotzdem immer wieder zu finden.

Wie verlockend, sich vorzustellen, man betreibe selber eine kleine Pension für Touristen und könne in der Freizeit sofort auf den nächsten Berg wandern. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Menschen seien in den Bergen im Reinen mit sich selber und auch mit weniger zufrieden. In einer Großstadt muss man sich doch immer wieder dem sozialen Druck beugen, man kauft sich teure Kleidung und andere Luxusdinge, auf die man in den Bergen sofort verzichten würde. Natürlich wäre mir immer noch wichtig, dass ich mich in meiner Kleidung wohl fühle, aber es müsste eben nicht mehr die Designerjeans und die teuren Schuhe sein. Weil in den Bergen einfach andere Werte zählen und man nicht mithalten muss. In der Stadt hat man einfach das Gefühl, nie richtige Ruhe zu erfahren. Selbst in den eigenen vier Wänden hört man immer seine Mitmenschen, sei es in der Wohnung drüber oder auf der Straße. Nie ist man irgendwo mal alleine und kann einfach der Natur nachspüren. Zumindest hier im Rheinland. Immer Action, immer Trubel, immer Lärm. Nicht mal die Wiesen sind so schön grün wie in den Bergen. Über die Farbe der Flüsse und Seen fange ich besser erst gar nicht an, zu reden…

Jedenfalls könnte ich mir ein Leben in den Bergen sofort vorstellen. Da habe ich mein Herz dran verloren. Aber leider lässt sich der Abschied ja doch nicht verhindern. Ratzfatz sitzt man im Auto und innerhalb weniger Stunden ist alles wieder anders. Da bleiben nur die tollen Erinnerungen und die zigtausend gemachten Fotos… Und der Wunsch, möglichst bald zurückzukehren.

Wie sind eure Erfahrungen? Seid ihr eher Stadt- oder Landmensch? Und wenn ihr Stadtmensch seid, habt ihr ein paar Tipps, wo man auch in einer größeren Stadt Erholung finden kann?

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