Frühlingswanderung im Bergischen Land

Wow, diese Idylle! Vor lauter Begeisterung muss ich Stefan ungefähr alle 10 Sekunden mitteilen, wie toll ich es hier finde. Hier, das ist im Bergischen Land, in Remscheid. Hier startet unsere erste Wanderung des Jahres, endlich! Wie sehr hat mir das gefehlt über den Winter!Heute wandern wir endlich rund um die Müngstener Brücke. Eigentlich war das schon im letzten Jahr geplant, aber das Wetter hatte uns dann doch immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nicht so heute. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, die Vögel zwitschern und die Bäume blühen. Einen besseren Tag hätten wir uns nicht aussuchen können.

Mit dem Auto sind wir bis Remscheid-Güldenwerth gefahren. Überall sieht man bereits die süßen typischen Häuser im bergischen Stil: Fachwerk oder mit Schiefern verkleidet mit grünen Fensterläden. Der Weg führt uns erst einmal kurz durch den Ort. An der ersten Abzweigung sind wir dann direkt schon irritiert. Rechts abbiegen? Oder weiter geradeaus und dann erst rechts abbiegen? Prompt ruft uns eine nette Dame aus ihrem Fenster zu, welchen Weg wir nehmen müssen. Wir sind scheinbar nicht die einzigen Wanderer, die hier vorbeikommen. Aber woran hat sie uns bloß als Wanderer erkannt? Etwa an der großen Spiegelreflex um Stefans Hals? Oder an seinem bayerischen Wanderhut? Womöglich auch an unseren Wanderschuhen, in denen unsere Füße stecken? Ich muss zugeben, wir sehen von Kopf bis Fuß nach Wanderern aus. 😀

Der Weg führt uns schnell ins Grüne. Meine Begeisterung bricht sich Bahn: tiefgrüne sanfte Hügel, blühende Bäume, kleine bergische Häuschen und Höfe, ein paar Ziegen. Hier lässt es sich aushalten. Dieser Ort wirkt, als läge er nicht in NRW, sondern irgendwo versteckt in den Bergen. Hier muss die Welt noch in Ordnung sein, so abgeschnitten vom Rest der Welt, wie dieser Fleck hier erscheint…

Von hier folgen wir der Beschriftung A1 weiter in den Wald. Ein ganzes Stück laufen wir am Waldfriedhof entlang. Selbst dieser macht einen unglaublich idyllischen Eindruck auf mich, so unter den hohen Bäumen gelegen. Die Sonne blinzelt zwischen den Stämmen durch, so dass der Wald sehr hell und licht wirkt. Alles um uns herum schreit förmlich „Frühling!“.

Schnell führt uns der Weg zu dem Highlight unserer Wanderung: durch die Bäume können wir bereits die Müngstener Brücke erspähen. Die Müngstener Brücke ist die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands und überspannt in einer Höhe von 107m die Wupper zwischen Solingen und Remscheid. Ich liebe solche Besonderheiten und außergewöhnlichen Orte.

Von einem zauberhaften kleinen Pavillon haben wir einen hervorragenden Blick auf die Brücke. Wir machen natürlich unsere obligatorischen Fotos und ich könnte einfach ewig hierbleiben. Der Pavillon zusammen mit der Brücke hat mich für heute schon glücklich gemacht. Eben ein echtes Highlight.

Der Weg führt auf der weiteren Strecke unter der Brücke hindurch und schließlich nur noch gemütlich durch den Wald. Stefan und ich sind uns einig, dass der Weg zwar sehr schön ist, aber gerade zum Ende hin doch etwas abwechslungsreicher hätte sein können. Trotzdem genießen wir den Ausflug in die Natur in vollen Zügen.

Unsere Wanderung endet dort, wo sie angefangen hat, am Bahnhof in Remscheid-Güldenwerth. Bei dem schönen Wetter möchten wir noch nicht direkt nach Hause, so dass wir uns entschließen, der Müngstener Brücke einen zweiten Besuch abzustatten. Schnell gegoogelt und fündig geworden: das Haus Müngsten liegt direkt an der Wupper am Fuß der Brücke. Wir ergattern den allerletzten freien Parkplatz und schließen uns den Massen an, die Richtung Haus Müngsten und Wupper pilgern. Im Biergarten lassen wir uns dann Kuchen, Salat, Bier und Apfelschorle schmecken und genießen die Sonne und den Blick auf die hohe Brücke.

Später machen wir uns dann satt, glücklich und zufrieden auf den Weg nach Hause.

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