Eine nervenaufreibende Odyssee durch Bologna

Genervt knalle ich die Autotür zu, stampfe um das Auto herum und schmeiße mich auf den Beifahrersitz. So eine verfluchte Sch**** hier! So habe ich mir das ganz und gar nicht vorgestellt…

Aber fangen wir zu Beginn an. Wir sind in Bologna. Auf unserer Fahrt vom Gardasee nach Florenz liegt das hübsche Städtchen genau auf unserem Weg. Hey, warum nicht einen kurzen Abstecher in die Innenstadt machen und die Stadt erkunden, dachte ich… Aber so einfach ist das leider mal gar nicht, denn wir sind ja mit dem Auto unterwegs…

Ohne großen Plan folgen wir den Schildern in Richtung Centro. Das ist immerhin gut ausgeschildert, so dass wir unserem Ziel immer näher kommen. Nur eine Tatsache haben wir leider komplett vergessen bzw. aus unseren Gedanken ausgeblendet: das Centro meint in Italien häufig die Altstadt, die natürlich aus lauter kleinen und noch kleineren Gassen besteht…

Und schwupps, einmal abgebogen und prompt befinden wir uns tatsächlich im Centro. Und auf Parkplatzsuche. Und damit beginnt der Stress…

Die Gassen werden immer enger. Alle Parkplätze, an denen wir vorbeikommen, sind voll. Natürlich. Da waren wir wohl zu optimistisch, gleich einen Parkplatz zu finden. Überall um uns herum sind Fußgänger, die einfach über die Straßen rennen, Gegenverkehr und nicht zu vergessen: Rollerfahrer. Jedes kleine Quäntchen Konzentration muss ich hier aufbringen, um nicht aus Versehen einen Unfall zu bauen oder gar jemanden zu überfahren…

Dann ein Schild: Park Garage! Juhu! Vorsichtig lenke ich mein Auto die Zufahrt hinunter. Und dann, Ende! Die Park Garage ist tatsächlich nur eine Garage, in der ca. 8 Autos auf engstem Raum vor- und hintereinander stehen und mir kaum Platz zum Wenden lassen. So ein Mist! Schweißgebadet rangiere ich mit Stefans Anweisungen vorsichtig aus dieser Tiefgaragenfalle wieder hinaus… Nur um als nächstes in einer Sackgasse zu landen, bei der uns eine Baustelle die Weiterfahrt versperrt. Mittlerweile sind wir beide einfach nur noch genervt, gestresst und gereizt. Meine Nerven liegen so was von blank – Zeit für einen Fahrerwechsel.

Auch wenn Stefan ebenfalls genervt ist, so bleibt er doch ruhiger als ich und fährt uns erst mal wieder aus dem Centro hinaus. Ein gutes Stück entfernt finden wir schließlich einen Parkplatz an einer Hauptstraße. Für ein Heidengeld können wir unser Auto für zwei Stunden hier parken. Nach einer groben Richtungseinschätzung machen wir uns nun zu Fuß auf den Weg ins Zentrum. Unser Ziel: der Geschlechterturm der Stadt (Torre degli Asinelli).

Nach einem 45-minütigen Fußmarsch erreichen wir endlich unser Ziel. Und selbst in der Eile, die wir aufbringen müssen, gefällt mir Bologna außerordentlich gut. Besonders bekannt sind die vielen Bogengänge der Stadt (Arkaden), die auch mein Herz direkt erobern. Auch der Turm hält, was ich mir versprochen habe: einen wundervollen Ausblick über Bologna. Der Aufstieg war zwar mehr als anstrengend, da wir ordentlich Tempo vorlegen mussten und die vielen Stufen nicht enden wollten, aber dafür haben wir oben angekommen Zeit, kurz Luft zu holen und vom Stress runterzukommen. So ein bisschen mulmiges Gefühl habe ich, der Turm ist sehr alt und wirkt nicht unbedingt stabil. Ich bilde mir ein, dass der Turm wackelt, aber das ist natürlich nicht der Fall.

Wieder auf dem Boden angekommen, reicht die Zeit noch, um in der Sonne zu sitzen und uns mit Bruschetta zu stärken. Anschließend geht die Fahrt weiter nach Florenz – und damit wieder in ein Wirrwarr kleiner und kleinster Gassen…

Fazit:

Bologna ist definitiv einen Besuch wert. Mir persönlich hat die Stadt sehr gut gefallen und ich würde sofort noch einmal hinfahren – allerdings ohne Auto 😉

Torre degli Asinelli Bologna Treppen im Torre degli AsinelliBologna Arkaden

Ein Gedanke zu “Eine nervenaufreibende Odyssee durch Bologna

  1. Dein Reisebericht ist sehr gut gelungen! Ich selber bin sehr oft durch die Gassen von Bologna geschlendert. Es ist eine sehr schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und an die Fahrweise der Einheimischen gewöhnt man sich irgendwann.
    Vielen Dank für den kurzen träumerischen Ausflug.

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