Ein Tag am Meer – Sonne, Strand, Scheveningen!

Ach, wie ist das praktisch, wenn man so nah an der holländischen Grenze wohnt! Uns trennen nur 2,5 Stunden Autofahrt von Strand und Meer. Was liegt da näher, als sich von Ratingen ins Auto zu setzen und spontan nach Holland zu fahren?

An einem Samstag Mitte Januar stehen wir extra früh auf. Heute geht es ans Meer. Normalerweise finde ich es ja etwas ungewöhnlich, im Winter an die See zu fahren, aber irgendwie verlangt es uns nach frischer Meeresbrise. Nach einer kurzen Überlegung, wohin genau es gehen soll, entscheiden wir uns für Scheveningen. Hier waren wir bisher noch nie und neue Orte zu sehen finde ich immer ganz besonders klasse. Ohne Stau oder andere Ärgernisse erreichen wir vormittags unser Ziel. Um diese Jahreszeit kann man nur wenige Meter vom Strand entfernt kostenlos parken – was will man mehr. Dick eingemummelt und mit Gummistiefeln an den Füßen können wir es kaum erwarten, endlich einen Blick aufs Meer zu werfen. Als wir aus den Dünen treten, öffnet sich der Blick auf kilometerlangen und gefühlt genauso breiten Sandstrand. Herrlich! Eros lässt seiner Freude freien Lauf und flitzt durch den Sand. Schon als kleiner Welpe fand er Sand unheimlich toll. Auch wir eilen dem Wasser entgegen und mit meinen Gummistiefeln brauche ich mir auch keine Sorgen um nasse Füße zu machen. Bei Stefan sieht es da schon anders aus – seine Sneakers sind innerhalb kurzer Zeit nass. Ups, da hätte ich ihn vielleicht doch besser nicht ins Wasser gezogen, um ein Foto zu machen 😀 Das schlechte Gewissen überkommt mich ein bisschen; nur gut, dass Männer mit kalten Füßen nicht so Probleme damit haben wie Frauen. Ich würde vermutlich schon längst rumnörgeln 😉

Mist, es fängt an zu regnen. Da der natürliche Drang des Pipimachens auch immer stärker wird, kehren wir in ein Café an Scheveningens Promenade ein. Heiße Schokolade mit Sahne, Pfefferminztee und der Blick aufs Meer – so lässt sich auch eine Zwangspause dank Regen gut aushalten.

Wir haben Glück und die Nässe von oben hält nicht lange an. Als wir an der Promenade weiterschlendern, kommt sogar die Sonne raus. Wie schön muss das hier erst im Sommer sein, wenn die Open-Air Cafés geöffnet sind. Aber vielleicht ist es dann auch zu überlaufen. Schon jetzt finde ich es sehr heimelig, überall brennen Feuer in den Restaurants. Wir suchen uns schon einmal eins aus, wo wir später Mittagessen wollen. Erst mal lockt uns noch der Spaziergang am Strand. Heute ist es ziemlich windig und die Wellen toben und schäumen. Langsam werden es immer mehr Kite Surfer, für die dieses Wetter absolut perfekt sein muss. Der arme kleine Eros muss sich mit seinen kurzen Beinchen kräftig gegen den Wind stemmen.

Das große ehemalige Kurhaus thront an der Strandpromenade und ist weithin sichtbar. Heute ist dort ein Steigenberger Hotel untergebracht. In der Ferne können wir einen Leuchtturm sehen. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal einen Leuchtturm gesehen habe! Auf Langeoog zumindest nicht, und davor ist es sicherlich auch schon Jahre her. Irgendwie mag ich Leuchtturme ganz besonders. Am allerliebsten sind mir rot-weiß gestreifte, aber der komplett rote hier in Scheveningen ist auch schon mal ein guter Anfang.

Auf dem Rückweg stärken wir uns mit Muscheln, Pommes und Kibbeling – so wie es sich für einen Hollandbesuch gehört.

Vielleicht denkt ihr: Für einen Tag lohnt sich die Fahrt ans Meer doch gar nicht, dafür ist es schon ein bisschen weit. Aber da muss ich widersprechen. Alleine schon die Luft, die man am Meer einatmet, ist so besonders und klar, dass sich auch ein kurzer Ausflug an die See auf jeden Fall lohnt. Es ist wie ein Kurzurlaub, man kann hier wirklich abschalten und runterkommen. Der Alltag zu Hause ist ganz weit weg, der Geist ist frei. So ein Tagesausflug ist wirklich unbezahlbar!

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