Kulturtermin beim reisepaar: Christo – Big Air Package Oberhausen

Weiß. Weiß und vielleicht ein bisschen grau. Das sind die Farben, die einen hier fast blind machen. Ich komme mir vor wie beim Skilaufen, wenn es neblig ist und einem schwindelig wird, weil man vor lauter weiß und grau nicht mehr oben und unten unterscheiden kann. Allerdings befinden wir uns nicht auf der Piste, sondern in einem geschlossenen Raum. Genauer gesagt, in der größten bisher geschaffenen Innenraumskulptur der Welt.

Ja, richtig gehört. Wir haben gedacht, es sei mal Zeit für ein wenig Kultur. Gerade in der nassen und dunklen Jahreszeit verschlägt es einen ja schon mal eher in ein Museum oder eine Ausstellung. Also haben wir uns auf den Weg nach Oberhausen gemacht. Im Gasometer findet derzeit eine Ausstellung von Christo statt, „Big Air Package“. Christo selber ist ein Verpackungskünstler, der in der Vergangenheit bereits den Bundestag in weiße Stoffschichten verpackt hat.

In der Skulptur fühlt man sich seltsam abgeschnitten vom Rest der Welt. Die Akustik ist gedämmt, man hört alles wie von ganz weit weg. Da wird mir irgendwie wirklich ein bisschen schummrig in Kopf und Bauch. Heute, an einem Wochenende, scheint es ein beliebter Ausflugsort für Eltern mit ihren Kindern zu sein. Die Kleinen schreien und brüllen und testen so das Echo, das in der Skulptur widerhallt.  Prima. Auf dem Fußboden liegen vereinzelte große Kissen. Von hier soll man auf dem Rücken liegend den Blick nach oben in die Skulpturenspitze genießen können. Allerdings sind diese heute mit kleinen Kindern übervölkert. Da! Eins wird frei. Ich stürme im Eilschritt darauf zu und lasse mich darauf nieder. Ich muss gestehen, wir sind schon eher Kunstbanausen. Das Problem ist einfach, das viel, was als Kunst ausgelegt wird, einfach nicht nach Kunst aussieht (zumindest in meinen Augen, ich will hier niemandem zu nahe treten). Von daher ist es gar nicht so einfach, uns mit Kunst zu begeistern. Und so halten wir es auch hier nicht lange auf unserem Kissen aus. Nicht falsch verstehen, diese Skulptur von Christo ist wirklich beeindruckend. Ich will gar nicht wissen, wie viel Arbeit dahinter gesteckt hat, sie aufzubauen. Aber uns dort jetzt stundenlang aufhalten, nee, das ist nichts für uns.

Wir fahren lieber mit dem Fahrstuhl nach oben. Aufs Dach. Von hier oben hat man einen tollen Blick über das Ruhrgebiet. Leider kann man sich auch hier nicht so lange aufhalten, denn der Wind peitscht uns sturmartig um die Ohren.  Schnell laufen wir einmal zu den Aussichtspunkten hier oben und knipsen ein paar Fotos. Herrlich. Dann ruft der Fahrstuhl wieder. Der Blick aus dem Glasfahrstuhl nach unten ist auch nicht jedermanns Sache. Ganz schön hoch. Und der Fahrstuhl ist ganz schön überfüllt. Ohje. Für mich als „Fahrstuhlfan“ ist das ja ganz besonders toll. Normal laufe ich lieber 10 Stockwerke, als in einen Fahrstuhl zu steigen. Allerdings gibt es diese Möglichkeit hier nicht. Also Augen zu und durch. Am Fenster des Aufzugs stehen und rausgucken lasse ich mir trotzdem nicht nehmen.

Zum Abschluss machen wir noch einen kurzen Abstecher in den Ausstellungsshop. So was liebe ich und könnte da auch nie einfach dran vorbeigehen. Gekauft habe ich zwar noch nie etwas in solchen Shops, aber die Auslage bewundern mache ich allemal. Das praktische am Gasometer ist, dass dieser direkt neben dem Centro liegt. Folglich führt unser nächster Weg erst einmal zum nächsten Eiscafé und dann bummeln.

Fakten:

Die Ausstellung „Big Air Package“ lief bis zum 31.12.2013.
Weitere Informationen und aktuelle Veranstaltungen findest du auf der Internetseite vom Gasometer: http://www.gasometer.de/de/ausstellungen/aktuelle-ausstellung

 

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