Ach Karli… das war wohl nichts!

Kennt ihr das? Ihr habt an Etwas ultra-hohe Erwartungen, die natürlich nur enttäuscht werden können? Mir ist das jetzt wieder passiert…

Stefan und ich waren mal wieder in kultureller Mission unterwegs. Die Ausstellung von Karl Lagerfeld in Essen lockte uns, bzw. natürlich vorrangig mich als absoluten Modefan, ins Folkwang Museum. Vor ein paar Jahren war ich bereits bei einer Ausstellung eines Designers: in New York haben meine Mama und ich „Savage Beauty“ von Alexander McQueen gesehen. Die Ausstellung damals war absolut grandios, wahnsinnig tolle Kleider gab es zu bestaunen. Ja, ungefähr mit dieser hohen Erwartungshaltung hat es mich auch zu Karl Lagerfelds Ausstellung „Parallele Gegensätze“  gezogen. Was für eine Enttäuschung!

Generell finde ich Karl Lagerfeld sehr imposant und eine richtige Persönlichkeit. Schon allein seine optische Erscheinung ist ein Highlight für sich. Mit Stolz trage ich seine Tasche, die ich mir zu Weihnachten gewünscht habe. Kein Wunder also, dass ich mir viel (eine Menge!) von der Ausstellung versprochen und erhofft habe.

Nachdem wir den Eintritt bezahlt und meine Tasche an der Garderobe abgegeben hatten (ja, sie ist leider größer als eine DIN-A4 Seite…), konnten wir uns endlich den Ausstellungsstücken widmen. Aber halt, der erste Stopp musste natürlich erst mal im Museumsshop erfolgen. Auch wenn ich eigentlich noch nie etwas in einem Museumsshop gekauft habe, finde ich es immer super interessant, dort ein bisschen zu stöbern. Dieses Mal war ich gezielt auf der Suche nach Artikeln der Karl Lagerfeld Ausstellung. Magnete, Postkarten, Poster, egal was. Leider erfolgte hier schon die erste Enttäuschung. Gab es damals bei Alexander McQueen von Magneten über Postkarten und Poster bis hin zu Accessoires eine Menge toller Artikel, herrschte hier das genaue Gegenteil. Keine Postkarte, kein Magnet und erst recht kein Kleidungsstück bzw. Accessoire. Na klasse!

In einem kleineren Shop des Museums werde ich dann aber immerhin insoweit etwas getröstet, dass es ein Poster zu der Ausstellung gibt. Zwar sieht es, natürlich, nicht so toll aus wie das von Alexander McQueen, trotzdem hat es mich am Ende unseres Besuchs für 5 € mit nach Hause begleitet.

In der Ausstellung an sich erwarteten uns jede Menge Bilder. Gemalt, fotografiert, gemixt aus Malerei und Fotografie. Außerdem gab es einen Klavierflügel und Architekturmodelle über Laufstege für Chanel. Das war schon einen Tick interessanter als die Bilder. Da bin ich ja doch ein bisschen Kunstbanause. Und dann gab es sie doch: ausgestellte Kleider! Doch die erste Freude wich auch hier schnell Ernüchterung: die Kleider waren überhaupt nicht schön und sahen aus, als seien sie mit der heißen Nadel genäht. Eigentlich sahen sie wirklich nur nach Tülllagen aus, die wahllos um eine Puppe gewickelt waren. Naja, wahrscheinlich ist mein Auge einfach zu ungeschult, um die Professionalität und die Genialität dahinter zu erkennen.

Ziemlich schnell waren wir mit der Ausstellung durch. Hmm. Das war wirklich enttäuschend für mich. So wirklich gelohnt hat es nicht. Allerdings hat das Folkwang Museum an sich bei uns punkten können. Es ist ein ganz modernes und vor allem helles Gebäude. Mal etwas anderes, als der altmodische Baustil, den man bei Museen häufig antrifft.

Auch wenn die Ausstellung für uns eher nicht der Knaller war, ist sie bestimmt für Kunstinteressierte interessant. Mir fehlte leider der Modeschwerpunkt.

Daten & Fakten

Die Ausstellung „Parallele Gegensätze“ von Karl Lagerfeld konnte bis zum 11. Mai 2014 im Folkwang Museum Essen besucht werden.

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von soulsister meets friends am Donnerstag, 27. März 2014 um 00:09

    Tja der Karl, der ist ja echt eine Sache für sich … schießt sich verbal in letzter Zeit ein paar Mal zuviel ins „Aus“, finde ich. Aber trotzdem: Kultur ist immer gut 😉 herz-lichst soulsister

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